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Alte Goiserer Wege, neu begangen

Von Sabine Neuweg und Alois Peham   23. August 2019 00:04 Uhr

Alte Goiserer Wege, neu begangen

Bergtour: Zwei längere Wege zur Goiserer Hütte haben wir zu einer selten begangenen Runde verbunden. Die Route über die Hohe Knallalm zur Chorinskyklause ist wildromantisch.

Die Goiserer Hütte ist ein lohnendes Ziel, sowohl für eine Tagestour als auch für eine längere Bergtour mit Übernachtung. Die klassischen Wege führen von Goisern über die Trockentannalm und von Gosau über die Iglmoosalm zur Hütte. Es gibt auch einen Weg vom ehemaligen Gasthaus Hochmuth, der kürzeste der Zustiege.

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GPS-Track Weißenbach Goiserer Hütte Knallalm

Wir haben diesen verlängert, sind in Weißenbach bei Bad Goisern gestartet und zunächst dem Weg zur Jochwand gefolgt. Dieser schlängelt sich durch Wald hinauf, und oberhalb der steilen Felsabbrüche entlang erreicht man eine Aussichtskanzel mit schönen Blicken über Bad Goisern und den Hallstättersee.

Auf der Straße geht es zunächst weiter hinauf zur Hoch folgt man dem Weg, der durch Wald mit einigen steileren Passagen schnell höher führt. Ab der Pramesbergerrast, einer Unterstandshütte, wird es flacher, und immer leicht steigend erreicht der Steig unter dem Kniekogel die Schartenalm und bald darauf die Hütte. Wer hier übernachtet, hat Zeit, den Sonnwendkogel, den Hohen Kalmberg und die Kalmooskirche, eine Höhle, die ein geheimer Treffpunkt von Protestanten während ihrer Verfolgung um 1600 war, zu erkunden.

Für den Abstieg folgt man zunächst dem Weg Nr. 42 bis zur Wiesalm, von dort weiter in den Rußbergsattel. Dabei hält man sich bei den Abzweigungen rechts und folgt dem markierten, teilweise wildromantischen Weg. Das sollte sich ab dem Rußbergsattel noch verstärken. Steile Felswände begrenzen die schluchtähnliche Passage hinab zur Hohen Knallalm, ein schöner, sonniger Rastplatz mit Blicken zu Katergebirge sowie Bergwerks- und Rettenkogel. Von hier windet sich der einsame Weg nach Norden hinab den Bergflanken entlang mit einigen Geröllpassagen zur Niederen Knallalm. Ein Graben wird überquert und man erreicht eine Forststraße, von der der teilweise verwachsene Weg weiter unten wieder abzweigt und beim Knallbach den Beginn der Talstraße erreicht, oder was noch von ihr übrig ist. Das ist nach Starkregen Ende Juli auf den ersten zwei Kilometern nicht viel. Bei der Chorinskyklause angekommen verstärkt sich dieser Eindruck. Vieles ist schon aufgeräumt, Bäume liegen herum, eine Brücke wurde weggerissen, auch das massive Geländer auf der Klause. Die Klause selbst hat dieser Urgewalt aus Wasser, Erdreich und Bäumen standgehalten. Von hier geht es noch fünf Kilometer leicht fallend auf der Forststraße hinaus nach Weißenbach.

Ausgangspunkt: Weißenbach vor Bad Goisern ist Start dieser Tour. Ideal ist die Anreise mit der Bahn zum Bahnhof Goisern-Jodschwefelbad. Direkt vorm Weißenbachwirt beginnt der Anstieg, der auf den ersten Metern noch ident ist mit dem Soleleitungsweg und bald nach rechts abzweigt.
Charakteristik: Schöne Bergtour auf markierten Wegen mit einigen steileren Abschnitten vor der Pramesbergerrast. Trittsicherheit und Erfahrung auf teils ruppigen Steigen erfordert der Abstieg über die Hohe Knallalm. Durchgehend markiert, wenig begangen, teilweise verwachsen.
Varianten: Als Abstieg kann man auch wieder den Weg Nr. 884 von der Schartenalm über die Pramesbergerrast und die Hochmuth zum Ausgangspunkt wählen. Bahnreisende können auch am Normalweg über die Trockentannalm absteigen und den Bahnhof Bad Goisern ansteuern.
Gehzeiten: 7 – 8 Stunden
Länge: 24 km, 1300 Höhenmeter, Weißenbach (495 m) - Jochwand (790 m) - Hochmuth (898 m) - Goiserer Hütte (1592 m) - Sonnwendkogel (1638 m) - Wiesalm (1400 m) - Rußbergtörl (1460 m) - Hohe Knallalm (1301 m) - Chorinskyklause (625 m)
1638 Meter: Höchster Punkt Vom Gipfel des Sonnwendkogels, erreicht nach kurzem Anstieg von der Hütte, präsentieren sich die umliegenden Berge bis zum Dachstein. Steil sind die Abbrüche zum tief unten liegenden Bad Goisern.
Chorinskyklause: Schon seit 1526 gibt es am Weißenbach hölzerne Klausen zur Holztrift. Die heute bestehende Klause wurde um 1819 fertiggestellt: ein massiver Bau aus Kalksteinquadern, der als technisches Denkmal unter Schutz steht.
Karten: freytag & berndt Nr. 281, Kompass Nr. 018
www.salzkammergut.at
Einkehr 
Die Goiserer Hütte ist eine einladende kleine Berghütte, die 2013 im Zuge eines Umbaus vorbildlich renoviert wurde. Erbaut wurde die Hütte nahe der Schartenalm bereits 1933. Das freundliche Team um den Hüttenwirt Max Verwagner versorgt die Berggeher bestens, und man fühlt sich rundherum wohl. Übernachtungsplätze für 28 Personen. Geöffnet von
1. Mai bis 27. Oktober, www.goisererhuette.at
Der Weissenbachwirt ist 2017 nach acht geschlossenen Jahren von Erwin Lechner regelrecht wachgeküsst worden. Der freundliche Wirt hat das Gasthaus übernommen und ist nach mehr als 18 Jahren auf der Katrinalmhütte ins Tal gezogen, um hier seine Gäste mit Hausmannskost zu verwöhnen.
Geöffnet Mi. 
bis So. von 10 bis 22 Uhr, www.weissenbachwirt.at
 

 

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