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Freizeit

Jessie Ann de Angelo: „Ich brauche einfach diese Fröhlichkeit“

Von Reinhold Gruber   18. November 2011 00:04 Uhr

„Ich brauche einfach diese Fröhlichkeit“
Jessie Ann de Angelo hat die besten Erinnerungen an Weihnachten in Mexiko. Das hört man auf CD.

Weihnachten kann man so oder so feiern. Jessie Ann de Angelo kennt es so und so. Die seit 24 Jahren in Oberösterreich lebende Südamerikanerin tritt nun als Vermittlerin auf. Mit einer Weihnachts-CD voll Lebensfreude.

Ihrer am 23. November in der Brucknerhaus Edition erscheinenden CD „Meine Weihnachten in Mexiko“ geht eine lange Geschichte voraus. Darüber hat Jessie Ann de Angelo genauso gesprochen wie über ihre persönliche Sicht auf Weihnachten.

War es ein Plan, diese CD zu machen?

Jessie Ann: Die Idee dazu hatte ich nicht selbst. Das Ganze nahm vor mehr als zehn Jahren seinen Lauf, als ein Weihnachts-Konzert bestellt wurde. Meine Spezialität ist ja, maßgeschneiderte Konzerte zu geben. Also habe ich mich damals hingesetzt und mir Gedanken darüber gemacht, warum ich Weihnachten gut finde.

Zu welchem Schluss bist du bei diesem Nachdenken gekommen?

Jessie Ann: Ich habe Weihnachten damals gar nicht so geliebt. Aber ich habe mir überlegt, was es für mich in meiner Kindheit bedeutete. Ich habe dann ein Programm geschrieben, Lieder ausgesucht und wurde dadurch geheilt, weil ich erkannte, warum Weihnachten doch schön für mich ist.

Warum ist Weihnachten für dich schön?

Jessie Ann: Das hat mit meiner Herkunft zu tun. Meine Eltern kamen aus Kolumbien bzw. Brasilien und haben zu Hause in Mexiko aus den verschiedenen Traditionen einen Mix gemacht. Wir haben Gospels gesungen, es war schön, aber geprägt haben mich die mexikanischen Weihnachten, wenn wir bei den Nachbarn eingeladen waren. Die Mexikaner feiern ab dem 16. Dezember, dem Start der posadas, jeden Tag ein Fest. Da tanzt jeder. Da singt jeder.

Was ist posadas?

Jessie Ann: Eine posada ist eine Herberge und singend werden in Mexiko Maria und Josef auf der Herbergsuche dargestellt. Nach der rituellen Darstellung wird zu lauter Musik bis in die Nacht gefeiert. Dieses Weihnachten, bei dem die soziale Begegnung und die Lebensfreude im Vordergrund stehen, haben mich geprägt. Wenn am 24. Dezember alle zusammengekommen sind und ein Lied für das Jesus-Kind gesungen haben, dann war das besonders. Die CD ist für mich also eine Hommage an Mexiko.

Wie kam es dann zu der CD?

Jessie Ann: Dadurch, dass den Leuten mein Weihnachtsprogramm gefiel, wurde ich immer wieder gebucht. Und nach den Konzerten fragten mich manche Zuseher, ob es dieses oder jenes Lied auf CD gibt. Ich musste immer verneinen. So ging das über zehn Jahre, bis im vergangenen Jahr eine Frau mich derart intensiv suchte, weil sie die Weihnachtslieder auf CD haben wollte. Da habe ich mir gedacht, dass es an der Zeit ist, dieses Album zu machen.

Du lebst seit mehr als zwei Jahrzehnten in Oberösterreich. Wie feierst du Weihnachten hier?

Jessie Ann: Das Besinnliche von Österreich hat mich schon auch geprägt (lacht). Oh Tannenbaum, Kerzen anzünden ... Besinnlich wird es bei uns zu Hause bis acht Uhr und ab dann muss ich Samba, Rumba tanzen und singen. Das brauche ich einfach. So will ich Weihnachten haben. Ich bin zwar Buddhistin, aber Weihnachten prägt dein Herz und deine Seele. Die Besinnlichkeit ist schön, aber ich brauche diese Fröhlichkeit, dieses Explosive, das wir in Österreich nicht haben. Hier wären die meisten nicht fähig, zu Weihnachten zu tanzen. Dabei ist es ein Geburtstagsfest.

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