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Freizeit

Gedanken zur Weihnachtszeit

Von

Von Belinda Schagerl

   28. November 2008

Für die Autorin Lydia Neunhäuserer ist die Adventszeit etwas Besonderes. Vergangenes Jahr ging ein Traum in Erfüllung: Ihr erstes Buch mit Mundartgedichten wurde veröffentlicht.

Weihnachten ist für die Innviertlerin ein ganz spezielles Thema. „Es ist extrem mit Konsum behaftet, ein richtiger Markt ist um das Thema entstanden“, sagt Neunhäuserer. „Das Problem ist, dass es eine so verherrlichte Zeit ist. Man sollte zur Ruhe kommen und sich keinen Stress machen. Man setzt sich dem Druck aus, dass immer alles perfekt sein soll, doch das Chaos gehört auch dazu.“

Genau von diesen Themen handeln ihre Mundartgedichte, die in dem Buch „Jessas, Maria & Josef“ erschienen sind. „Es sind moderne und teilweise auch sehr schräge Texte. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei.“ In den 55 Gedichten behandelt die Innviertlerin aber auch klassische Weihnachtsthemen. „Es sind sehr persönliche Texte dabei.“

Bereits in ihrer Jugend hat Neunhäuserer zu schreiben begonnen. „Ich war nicht gut in der Schule, aber Gedichte interpretieren hat mir immer getaugt.“ Als sie das erste Mal ihre Gedichte in gebundener Form in Händen gehalten hat, war das ein ganz besonderes Erlebnis. „Erst einen Tag vor der Präsentation habe ich das Buch gesehen. Das war ganz schön knapp.“ Manche Gedichte im Buch sind bereits 15 Jahre alt. „Damals habe ich nur für mich geschrieben“, sagt Neunhäuserer.

Schon früher hat sie selbst geschriebene Gedichte an Freunde verschenkt. „Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen. Mit dem Buch ist ein Traum von mir in Erfüllung gegangen.“ Ihr Mann und die drei Kinder sind stolz auf Neunhäuserer. „Meinem Mann gefällt es, und er lässt mich arbeiten. Er findet es klasse, dass ich meinen Traum verwirklicht habe.“

Sprache, die von der Seele kommt

Mundart fällt der 35-Jährigen viel leichter als das Schreiben in Hochdeutsch. „Mit Mundart kann ich mich identifizieren. Das kommt von meiner Seele.“ Bereits in der Schule haben sich Neunhäuserer und ihre Freundinnen Briefchen in Mundart geschrieben. „Die Mundart ist oft hilfreich. Man kann Dinge ausdrücken, die sonst nicht möglich sind.“

Die Weihnachtszeit selbst sieht die Innviertlerin besonders als Familienzeit. „Ich nehme mir bewusst Zeit für die Kinder und bastle etwas. Auch wenn die Zeit chaotisch ist, sollte man doch zur Ruhe kommen.“

Das Buch eignet sich auch ganz besonders als Geschenk. „Wenn ich nicht weiß, was ich schenken soll, ist das Buch ideal. Es eignet sich sowohl für die Schwiegermutter als auch für junge Menschen“, sagt die Autorin. Außerdem kommen von jedem verkauften Buch zwei Euro einem Trinkwasserprojekt in Nicaragua zugute. Wer sich vorab von ihren Gedichten überzeugen will, hat am 29. November in der Pfarrkirche Enzenkirchen Gelegenheit dazu. Bei dem Konzert der Innviertler Tenöre wird Lydia Neunhäuserer Gedichte vorlesen.

Bald wird es von der Innviertlerin mehr zu lesen geben. Ein Kinderbuch ist in Arbeit, ebenso ein Buch mit weiteren Mundarttexten.

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