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Familie

Auch Lernen will gelernt sein

Von Claudia Riedler  09. September 2019 00:04 Uhr

Hausübungszeit: Am Anfang können Eltern noch dabei sein.

Tipps, wie man Stress vermeidet und Kinder begeistern kann.

Wenn heute die Schule losgeht, dominieren Hausübungen und Lernen wieder den Alltag in vielen Familien. „Alles wird rund um die Schule geplant, oft verursacht das Stress“, sagt Nicole Atzlesberger, Wirtschaftspädagogin und Lernbegleiterin aus St. Ulrich/Mühlkreis. Natürlich sei die Schule ein wichtiger Bereich. „Vor allem im Volksschulalter sollte aber auch noch viel Zeit fürs Spielen sein.“ Wie man Kinder mit Freude beim Lernen unterstützt und damit den Familienalltag besser bewältigt, lehrt sie in der Ausbildung zum SPIEGEL-Lernlotsen. Das sind ihre Tipps:

Der richtige Zeitpunkt: Gleich nach dem Essen oder doch erst später? „Es gibt kein Patentrezept für die beste Hausübungszeit“, sagt Atzlesberger, selbst Mama von drei Kindern. „Wenn sie unruhig sind und herumwetzen, ist es oft besser, zuerst noch Bewegung zu machen.“ Volksschüler schaffen zehn bis 30 Minuten Lernen am Stück, insgesamt sollten es nicht mehr als 45 Minuten sein.

Pausen machen: Vor der Lerneinheit oder zwischendurch helfen Konzentrationsübungen. Barbara Schagerl-Müllner, Uniqa-Vitalcoach und Referentin bei der Lernlotsen-Ausbildung, empfiehlt hier „Vital4Brain“ (simplystrong.at). Das Programm enthält 255 verschiedene Anleitungen, darunter die Übung „Ins Fäustchen lachen“: Die Arme nach vorne strecken, Fäuste ballen, Daumen außerhalb der Faust zeigen gestreckt zueinander. Danach Hand öffnen, Finger strecken. Nach einigen Wiederholungen wird die Faust geballt, die Daumen sind in der Faust. Beide Varianten am besten abwechseln, langsam beginnen und schneller werden.

Selbstständigkeit fördern: „Am Anfang können sich Eltern noch danebensetzen, wenn das Kind Hausübung macht“, rät Atzlesberger. Später bleibe man in Rufweite, nach und nach könne man sich weiter entfernen. .Wichtig ist Geduld und dem Kind immer wieder den nächsten Schritt zuzutrauen.“

Gute Lernumgebung: Ob die Hausübung am Esstisch oder im Kinderzimmer gemacht wird, ist nicht so wichtig. Was zählt, sind Ruhe und ein freigeräumter Arbeitsplatz. Und: kein Handy, kein Fernseher oder Radio.

Motivieren und reden: Von Belohnungen für die Hausübung hält Atzlesberger wenig. „Besser ist es, zu erklären, warum das wichtig ist.“ Auch die Vorbildwirkung sei nicht zu unterschätzen. „Ich rede darüber, dass mich auch nicht immer alles begeistert, was ich mache.“

Hilfe holen: „Ich bin dafür, dass man frühzeitig mit den Lehrkräften spricht, wenn es Probleme gibt“, sagt Atzlesberger. Nachhilfe sei nötig, wenn man es fachlich nicht mehr schafft und wenn die Eltern-Kind-Beziehung leidet.

Entspannung: Wenn Kinder nicht einschlafen können, weil sie Schulstress haben, helfen Entspannungsübungen, Duftöle oder Massagen vor dem Einschlafen. „Eltern sind gefordert, den Terminkalender zu entrümpeln“, sagt die Expertin. Ausreichend Zeit und Gelassenheit seien wichtig, wenn man Kinder beim Lernen unterstützen möchte

Lernlotsin werden

 

Für Eltern mit Volksschulkindern, Tageseltern, Horthelferinnen oder Leihomas ist die Ausbildung zur „LernlotsIn“ gedacht, organisiert von der SPIEGEL-Elternbildung.

Der nächste Lehrgang startet am 11. Oktober im Bildungshaus St. Franziskus in Ried/I.

Nähere Information und Anmeldung: 0732/7610-3218

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Claudia Riedler

Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit

Claudia Riedler
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