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Essen & Trinken

So schmeckt Australien

30. Juli 2022 00:04 Uhr

So schmeckt Australien

Was hinter dem Brotaufstrich "Vegemite" steckt.

Ein Brotaufstrich schafft es nicht alle Tage in den Songtext eines Welthits. Vegemite ist dies gelungen. "He just smiled and gave me a Vegemite sandwich", heißt es in der Australien-Hymne "Down Under" der Band Men at Work. Das Lied ist eine Liebeserklärung an den fünften Kontinent und eines seiner kultigsten Lebensmittel. Denn die meisten "Aussies" sind ganz vernarrt in die schwarzbraune Paste, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert.

Andernorts sorgt die Begeisterung dabei eher für Ratlosigkeit. Malzig, salzig und auch ein bisschen bitter liegt Vegemite mit seiner dicken Textur im Mund. Die Spezialität gehört zum roten Kontinent wie Kängurus, das Outback oder Kylie Minogue. Cyril Percy Callister hatte Vegemite 1922 entwickelt. Dabei war der Anfang nicht leicht: Als es das erste Mal vom Band lief, war es ein absoluter Flop. Selbst der Chefverkäufer konnte den Geruch nicht ertragen, geschweige denn den Geschmack.

Die Australier haben ihre Liebe zu dem Brotaufstrich, der heute mit dem Slogan "Tastes like Australia" beworben wird, erst langsam entdeckt. Die Fred Walker Company gab zu jedem verkauften Schmelzkäse ein kleines Glas Vegemite gratis dazu. Und da die 1930er-Jahre auch in Australien von der Weltwirtschaftskrise geprägt waren, verschwendete man keine Lebensmittel. Ein weiterer Vorteil: Vegemite musste nicht gekühlt werden – und Kühlschränke setzten sich "Down Under" erst in den 1950er-Jahren durch.

Das genaue Rezept von Vegemite ist ein gut gehütetes Geheimnis. Sicher ist: Es wird aus Hefe hergestellt, die nach dem Bierbrauen übrig bleibt. Daneben sind Malz, Salz, Gemüseextrakt und besonders viele B-Vitamine enthalten.

1942, also 20 Jahre nach der Entwicklung, war das Produkt in den meisten australischen Speisekammern zu finden. Heute nehmen Australier ihr geliebtes Vegemite sogar mit in den Urlaub. Auch Politiker haben es gern im Gepäck, so etwa der damalige australische Außenminister Kevin Rudd 2011 bei einer Reise in die USA. Am Flughafen musste er die amerikanischen Sicherheitsbeamten dann überzeugen, dass die dunkle Paste kein Gefahrengut darstellt.

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