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Essen & Trinken

Samichlaus, ein starkes Stück

Von Philipp Braun   06. Dezember 2018 00:04 Uhr

Samichlaus, ein starkes Stück
Im Samichlaus-Keller, dem ältesten Keller der Brauerei Schloss Eggenberg, lagert das Starkbier.

Ein Starkbier im Nikolaussackerl. Und alles ist gut Der Exportschlager der Brauerei Eggenberg in Vorchdorf wird am 6. Dezember gebraut

Was sind die Bierpropheten im eigenen Land eigentlich wert? Im Falle des Samichlaus-Starkbieres ist man angesichts einer Exportquote von 95 Prozent aller österreichischen Bierspezialitäten fast verleitet zu sagen: viel zu wenig.

Visitenkarte Österreich

Wieso das Bier in Österreich relativ unbekannt ist, darüber kann nur gemutmaßt werden. Vielleicht identifizieren sich immer noch zu wenig Landsleute mit dem Starkbier, das man ursprünglich bei den Eidgenossen verortete. Vor knapp vier Jahrzehnten wollte der Schweizer Martin Hürlimann ein Bier kreieren, welches die Kraft der Hefen bis aufs Letzte ausreizt. Normalerweise gehen die meisten Hefestämme bei 12 Volumenprozent Alkohol k.o. und sind danach mit der Verwandlung von Zucker in Alkohol überfordert. Hürlimann fand jedoch eine Lagerbierhefe, mit der er das Bier auf wuchtige 14 Prozent brachte – und damit das ehemals stärkste Lagerbier der Welt schuf. Das Experiment glückte am Nikolaustag – in der Schweiz auch unter Samichlaus-Tag bekannt – und wurde fortan seit 1984 gebraut.

1997 verkaufte die Familie Hürlimann ihre Brauerei und Rezeptur an den dänischen Carlsberg-Konzern, der danach die Produktion einstellte – bis die Brauerei Schloss Eggenberg die Markenrechte erwarb und zur Freude vieler Biergenießer das Starkbier am Leben erhielt. Seit 2000 wird es in Vorchdorf traditionell am 6. Dezember gebraut. Das komplexe Aromenspektrum verleitet dazu, in die Vielfalt der Biere einzutauchen und den untergärigen Doppelbock dahinzuschlumpern. Vorsicht ist aufgrund des hohen Alkoholgehalts geboten.

Beim Samichlaus Classic werden verschiedene österreichische Spezialmalze verwendet, die dem Bier die rotbraune Farbe verleihen. Gehopft wird mit Mühlviertler Malling.

Die Würze wird bei unterschiedlich hohen Temperaturen doppelt vergoren. Die Gärung dauert in Summe bis zu zwei Monate. Danach kommt das Bier weitere neun Monate in den kalten Lagerkeller, bis es fertig gereift und abgefüllt ist.

Auch wenn es bereits jetzt zum Trinken animiert, empfiehlt Hubert Stöhr von der Schlossbrauerei, einen Teil für später aufzuheben oder gar einen Bockbierkeller anzulegen.

IM ÜBERBLICK

Samichlaus Classic 2018

Ein Ausflug in die Vergangenheit ist mit der aktuellen Samichlaus-Version garantiert. Kaffeemalz wie bei Oma. Dazu die schöne Aromatik von Powidl. Am Gaumen erneut Kaffeenoten, ein wenig Vanille, wärmend durch Alkohol. Dazu Kekserl, ein Ofen, und der
Winter kann kommen.

Samichlaus Barrique

Die veredelte Classic-Version im Barriquefass. Lagert dort vier Wochen und benötigt einige Zeit im Glas. Schöne Rezenz, leichte Süße, schmeckt frisch und eignet sich perfekt zum Lagern. Bei großem Verlangen kann man das Bier sofort trinken und mit Kletzenbrot kombinieren.

Samichlaus Classic 2013

Was mit Bier alles möglich ist, zeigt die Variante aus 2013. Wer benötigt Wein, wenn er diesen Samichlaus gelagert hat? Dichtes Aroma, ein Bouquet aus Dörrzwetschken, dunklen Weichseln, Tabak, Schokolade. Zusätzlich animiert eine fruchtige Säure.
Die Nachspeise zum Trinken.

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