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Statt Krixi Kraxi ehrlich und gut

Von Philipp Braun   17. Mai 2019 00:04 Uhr

Statt Krixi Kraxi ehrlich und gut
Innviertler Ravioli: Handarbeit und geschmackliche Perfektion.

Der Wirt z'Kraxenberg im Innviertel kocht schnörkellos auf sehr hohem Niveau

In den Untiefen der Gastronomie stößt man mitunter auf zwei Extreme. Zum einen die "Punkti, Punkti, Strichi Strichi"–Küche, wo Köche ihre verkannte Profession im Verzieren von Tellern entdeckt haben. Auf der anderen Seite bekommt man traditionelle Hausmannskost serviert, die kalorisch ans Eingemachte geht und besser wirkt als jede Schlaftablette.

Oftmals scheint es, dass sich zwischen diesen zwei geschmacklichen Polen nur wenige über Wasser halten können. Einer, der es vorzüglich schafft, ist Florian Schlöglmann vom Wirt z’Kraxenberg. Ehrlich, authentisch gekocht, handwerklich sehr gut, ohne gekünstelt zu wirken und sich in der Malerei zu verlieren.

Das Wirtshaus gibt es bereits seit 1892, von außen wirkt es ein wenig unscheinbar. Wenn man es nicht kennen würde, man würde auf der Bundesstraße fast vorbei fahren – einer der größten Fehler, die man begehen kann. Denn Sybille und Florian Schlöglmann werken mit Herzblut und Profession, wie man es sich öfters wünschen würde. Vor genau zehn Jahren wurde das Familienwirtshaus übernommen – die hohen Weihen ließen nicht lange auf sich warten und diverse Gastronomieführer würdigten die Leistung, die bis heute anhält.

Als Vorspeise zaubert das Team eine geschmeidige Mousse vom Innviertler Bio-Ziegenkäse auf Spargel (9,20 Euro) oder füllt die handgeformten, bissfesten Ravioli mit herrlich geschmorter und fein verarbeiteter Lammschulter (9,50 Euro). Die Teigtaschen sind so präzise, dass man meint, Schlöglmann habe seine Lehrzeit in Italien verbracht. Hat er aber nicht, dafür ist er bei Jörg Wörther, Österreichs Koch des Jahrzehnts, in die Lehre gegangen. "Meine prägendste Zeit" sagt Schlöglmann. Klasse lässt der Koch bei seinen Suppen aufblitzen.

Kraftvoll die Brühe, das Gemüse ist exakt auf den Punkt gekocht und die Einlagen schmiegen sich wunderbar ins Ensemble ein. Egal ob es der perfekt gewürzte Fleischstrudel (4,20 Euro) oder die wolkigen Kalbshirnschöberl (3,90 Euro) sind. Die Kunst der richtigen Konsistenz zeigt sich auch bei den Beilagen: Knackiger Spargel begleitet das rosa gebratene Schweinsfilet in Steinpilzbrösel (17,90 Euro).

Oder Kohlrabi (einmal gebacken, einmal sautiert), perfekt abgestimmt mit gebratenem Filet vom Seesaibling und edel abgestimmter Erbsencreme (18,50 Euro). Das Fehlersuchbild ist unvollständig, geschmackliche Mankos sind nur schwer auffindbar. Eventuell war der Topfenknödel (8,30 Euro) eine Spur zu süß. In Kombination mit den erfrischenden Zitronenzesten und dem säuerlichen Rhabarberragout aber vernachlässigbar. Höchstwertung in dieser Kategorie. Punkt. Aus. Ende.

*****

OÖN-Wertung

sechs von sechs Kochlöffeln

Infos zum Lokal

Wirt z’Kraxenberg
Kategorie: Wirtshaus
Kraxenberg 13, 4932 Kirchheim im Innkreis
07755/6494
Ruhetage: Montag, Dienstag
www.wirtzkraxenberg.at

Barriere- und rauchfrei.
Gut sortierte Weinkarte, engagierte Sommelière

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