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Nicht das Gelbe vom Ei

Von Philipp Braun   22.März 2018

Viele Torten-, Strudel und Kuchenrezepte verlangen nach Ei, wollen aber mehrheitlich immer nur das Gelbe davon.

Acht Dotter, sechs Eiklar sind es zum Beispiel bei der Kaffeecremetorte. Übrig bleiben zwei Eiklar. Farblos, verlassen, abgetrennt schmachten sie ihr Proteinleben in irgendeiner Schüssel und warten auf ihren Einsatz. Für Schaumschläger würden sie sich zwar eignen, ich finde aber, sie haben Besseres verdient.

Hier meine drei Favoriten: Auf Platz eins liegen eindeutig Kardinalschnitten. Dieser luftige Traum von höchster Backpräzision benötigt zumindest das Doppelte an Eiklar als an Eidotter. Um die Voraussetzung für feinen Schnee zu schaffen, lässt man den Zucker beim Schlagen des Eiklars in die Masse rieseln.

Den zweiten Platz belegen bei mir Amarettini. Das italienische Gebäck mit dem zarten Mandelaroma harmoniert zum Espresso, ist aber ebenso ein perfekter Solist und süßes Antidepressivum. Auch hier wird Eiklar steif aufgeschlagen, mit geriebenen Mandeln, etwas Amaretto vermischt und auf ein Blech drapiert. Nach dem Backen halten sich die Makronen sehr lange. Voraussetzung: Es vergreift sich niemand an der Keksdose.

Platz drei geht an Clover Club, den Cocktail-Klassiker. Auch wenn Alkohol keine Lösung ist, hier passt er ganz gut, und ist für den Fall gedacht, falls die zwei ersten Varianten misslingen. Am besten mischt man für den Clover Club vier cl Gin, zwei cl Granatapfel- oder Himbeersirup, zwei cl Zitronensaft und ein Eiweiß zusammen, gibt ein paar Eiswürfeln dazu, mixt es durch und siebt danach alles in ein vorgekühltes Cocktailglas. Schmeckt gut und das Eiklarproblem wurde elegant umschifft.

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