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Landsleute

Er weiß, wie Steine denken

Von Elisabeth Prechtl 29. August 2019 00:04 Uhr

Sebastian Wienerroither
Sebastian Wienerroither, 20 Jahre, gewann Silber bei den Worldskills

Steinmetz Sebastian Wienerroither gewann Silber bei der Berufs-WM.

Diese Medaille kam unerwartet – und wurde umso mehr gefeiert: „Es ist einfach voll geil. So richtig kann ich es noch nicht fassen“, sagt Sebastian Wienerroither. Der 20-Jährige aus Frankenburg hat vier Tage lang bei der Berufs-Weltmeisterschaft im russischen Kazan im Steinmetz-Wettbewerb alles gegeben. Dienstagabend wurde er vor 35.000 Besuchern in der Kazan- Arena mit der Silbermedaille ausgezeichnet – im Beisein seiner stolzen Familie und Trainer Bernhard Hasenöhrl.

Dass er einmal den Steinmetz-Beruf ergreifen würde, war für Sebastian Wienerroither früh klar: Das Arbeiten mit Hammer und Meißel liegt ihm im Blut. Sein Vater Rudolf Wienerroither führt in Frankenburg einen Steinmetz-Betrieb. Sebastian hat die vierjährige Fachschule in Hallein absolviert und anschließend in Schärding gearbeitet. Später möchte das begeisterte Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr einmal den Familienbetrieb übernehmen. Zuerst wird aber noch in anderen Unternehmen Erfahrung gesammelt. Rund 300 Stunden hat er sich auf die Worldskills vorbereitet – neben seinem Beruf. Entspannung findet er beim Treffen mit Freunden.

Was macht eigentlich einen guten Steinmetz aus? „Mein Trainer sagt immer: Man muss wissen, wie der Stein denkt“, sagt Sebastian. Jeder Stein habe eine Eigenart, breche anders. „Man muss in den Stein hineinsehen, obwohl da noch nichts ist.“

Diese Fähigkeit hat auch in Kazan den Ausschlag gegeben: Sebastian hat aus Blech Schablonen gefertigt, einen Schriftzug und Symbole in Stein gemeißelt und Teile eine Türstocks gefertigt. Der letzte Bewerbstag verlief emotional: „Ich bin nicht fertig geworden.“ Aber das exakte, umsichtige Arbeiten hat den Ausschlag gegeben.
Akribisch war auch die Vorbereitung auf die WM: Vater Rudolf hat extra einen speziellen Kalkstein aus Russland nach Frankenburg bringen lassen – das gestaltete sich schwieriger als gedacht. Doch das Unterfangen glückte – und wurde mit Silber belohnt.

 

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Elisabeth Prechtl

Redakteurin Wirtschaft

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