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Landsleute

Eine Schneiderin wurde Top-Forscherin

Von Edmund Brandner  22. Januar 2020 00:04 Uhr

Helga Amesberger

Die Politologin Helga Amesberger erhielt den diesjährigen Wissenschaftspreis.

Die Verbrechen des Nationalsozialismus sind gut dokumentiert, doch es gibt heute kaum noch Menschen, die aus eigener Erfahrung von der NS-Zeit berichten können – insbesondere auf der Seite der Opfer.
Die aus Oberösterreich stammende Politikwissenschafterin und Soziologin Helga Amesberger hat gemeinsam mit ihrer Kollegin Brigitte Halbmayr etwas dagegen getan. Ende der 90er führten die beiden Interviews mit 42 Frauen, die das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück überlebt hatten. Die beiden Wissenschafterinnen dokumentierten die tragischen Erinnerungen für die Nachwelt.

Auch eine eigene Website für Schulen (www.ravensbrueckerinnen.at) legten sie an. Am Institut für Konfliktforschung in Wien bauten sie – basierend auf ihren Arbeiten – einen Forschungsschwerpunkt zur NS-Verfolgung von Frauen sowie für Oral History und Politik des Erinnerns auf.

Für diese historischen Sozialforschungen wurden Amesberger und ihre Kollegin jetzt mit dem Wissenschaftspreis der Margaretha-Lupac-Stiftung für Parlamentarismus und Demokratie ausgezeichnet.
Für die 60-Jährige ist das der vorläufige Gipfel einer wissenschaftlichen Laufbahn, die ursprünglich so nicht vorgesehen war. Die gebürtige Eschenauerin (Bezirk Grieskirchen) erlernte den Beruf einer Schneiderin, bevor sie an der Linzer Abendschule für Berufstätige maturierte. Danach ging sie nach Wien, um dort Ethnologie und Soziologie zu studieren und anschließend eine politikwissenschaftliche Doktorarbeit zu schreiben. Seit 1993 arbeitet sie am Institut für Konfliktforschung, unterrichtete an verschiedenen Universitäten und publizierte unzählige Arbeiten über Nationalsozialismus, Gewalt gegen Frauen, Prostitutionspolitik und Rassismus.

Den Kontakt zu ihrer Heimat ließ die zweifache Großmutter dabei nie abreißen. „Ich bin mit den OÖN-Wanderkolumnisten Sabine Neuweg und Alois Peham befreundet und wandere gerne und oft mit ihnen“, verrät die Soziologin.

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Artikel von

Edmund Brandner

Lokalredakteur Salzkammergut

Edmund Brandner
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