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Landsleute

Eine lange Nacht im Höllengebirge

Von Valentin Bayer  28. Juli 2020 18:31 Uhr

Thomas Kneißl
Thomas Kneißl

Thomas Kneißl und Johann Resch retteten zwei verirrte Wanderer.

Ein bisserl matt“ fühlte sich Thomas Kneißl gestern Nachmittag – wahrscheinlich eine bescheidene Untertreibung. Schließlich hatte er die ganze Nacht von Montag auf Dienstag auf dem Hochplateau des Höllengebirges verbracht. „Zum Spaß schlaf ich da nicht oben, gemütlich ist es nicht.“ Gemeinsam mit seinem Kollegen Johann Resch von der Bergrettung Steinbach-Weyregg harrte der 42-Jährige mehrere Stunden mit zwei Wanderern aus, die sich verirrt hatten, bis sie am Morgen gerettet werden konnten. Für Kneißl ist so ein Einsatz ganz selbstverständlich.

„Wenn es um was geht, gibt es in Wirklichkeit sowieso nur eine Möglichkeit. Dann arbeiten alle zusammen, um zu einem guten Ende zu kommen“, sagt der Steinbacher. Seit 26 Jahren ist er bei der Bergrettung, damals kam er über Freunde dazu. Er bildet die Jugend aus und ist dafür im ganzen Bundesland unterwegs. Und was ihm an der Bergrettung am besten gefällt? „Eigentlich alles, sonst wäre ich ja schon lange nicht mehr dabei“, sagt Kneißl und lacht.

Hauptberuflich ist er Kunstschmied, er hat eine eigene Schmiede in Steinbach. Auch Johann Resch ist selbstständig, er bewirtschaftet einen Bauernhof. „Das passt gut, da gibt uns der Chef immer frei...“ Kneißl schätzt vor allem das professionelle Klima bei der Bergrettung. „Da funktioniert die Zusammenarbeit immer sehr gut. Außerdem bin ich sowieso gern am Berg und in der Natur.“

Bei der Rettungsaktion war vor allem das Gelände eine Herausforderung. Der Notruf ging um etwa 22.30 Uhr ein, gegen Mitternacht hatten die Retter erstmals Sichtkontakt mit den Verirrten. „Es hat dann noch eineinhalb Stunden gedauert, bis wir sie erreicht haben“, sagt Kneißl. Das Hochplateau, auf dem die Wanderer sich befanden, war mit Latschen bewachsen – Kiefern, die dicht am Boden wachsen. „Da weiß man nicht mehr, wo oben und unten ist“, sagt Kneißl. Nach einer ungemütlichen Nacht wurden die Wanderer mit dem Hubschrauber gerettet, die Retter mussten noch zu Fuß ins Tal.

Johann Resch
Johann Resch

 

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