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Damals/Vor 100 Jahren

Niki Laudas Anfänge und der lange Schatten des Jochen Rindt

Von Josef Achleitner 27. Mai 2019 00:04 Uhr

Niki Lauda, 1976 beim Training in Monaco, wenige Monate vor seinem schweren Unfall am Nürburgring.

Die Betroffenheit so vieler Menschen nach dem Tod von Niki Lauda entspricht dem Status des außergewöhnlichen Rennfahrers und Flugunternehmers aus Wien.

Über mehr als vier Jahrzehnte war Lauda der international bekannteste lebende Landsmann, für viele im Land wohl auch ein Vorbild als Erfolgsmensch und eine öffentliche Figur, an der das Interesse auch in den späteren Jahren nicht erlahmte.

Wer wie der Autor dieser Zeilen die in ihrer Breite seither nicht mehr erreichte Motorsport-Begeisterung der ausgehenden 1960er und beginnenden 1970er Jahre erlebt hat, erinnert sich auch daran, dass es noch über Jahre unter den österreichischen Formel-1-Anhängern nur einen Helden gab: Der hieß Jochen Rindt und war seit seinem Unfall in Monza 1970 tot.

Lauda hatte es in seinen Anfängen ab seinem ersten Rennen im April 1968 in Bad Mühllacken im Bezirk Urfahr-Umgebung – er wurde mit einem mithilfe der Oma finanzierten Mini Cooper Zweiter seiner Klasse – nicht nur mit dem Widerstand und der Verhinderungskraft seines mächtigen Großvaters, das langjährigen Industriellenverbandschefs Hans Lauda, zu kämpfen, sondern auch mit einem Imageproblem.

Mit einem Mini Cooper holte sich Niki Lauda 1968 in Bad Mühllacken den ersten Sieg.

Jochen Rindt hatte sich unter den jungen Österreichern (es waren großteils Männer) mit seinem Fahrstil, seiner in den Medien gezeigten Kommunikationsgabe als der "klasse, lässige Typ" in Starformat etabliert – und das hielt sich auch nach seinem Tod einige Jahre, etwa mit den Jochen-Rindt-Shows für die Autobegeisterten.

Lauda hingegen, der Schmächtige, Wiener Großbürgerdeutsch Sprechende, über dessen vorstehende Zähne ständig Witze kursierten ("der schnellste Hase") konnte nur seinen brennenden Ehrgeiz, Wagemut und seinen scharfen Verstand dagegen setzen, was ihn 1974 zu Ferrari und ihm später die Weltmeistertitel brachte.

So bitter es klingt: "Wirklich populär" ist Lauda aber erst nach seinem knapp überlebten fürchterlichen Feuerunfall auf dem Nürburgring im Sommer 1976 und durch sein Comeback wenige Wochen später geworden, sagen Freunde und Zeitgenossen wie der langjährige Freunde und Kollege Helmut Marko. Seither wurde Lauda auch in internationalen Medien hofiert. Das hielt sich auch in seinen Unternehmer- und Rennstall-Führungsjahren ohne Unterbrechung.

Jochen Rindt: Nach seinem Tode 1970 noch einige Zeit Nummer 1 für Fans und Medien.

Obwohl Lauda mit seinem Industriellen-Großvater haderte, der seine Rennsport-Ambitionen sabotierte, und er die prominente Familie mit 18 verließ, dürfte das Lauda-Unternehmer-Gen – Urgroßvater Ernst Lauda war vom Kaiser geadelter Chef der Donauregulierung, Großvater Hans prägender Industrieller der Nachkriegszeit – auf ihn übergesprungen sein. Sein um ein Jahr jüngerer Bruder Florian war zwar auch Unternehmer, beschäftigt sich aber seit Jahrzehnten intensiv mit Buddhismus und Traditioneller tibetischer Medizin.

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