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Urzeit der Linzer Tramway

Von Erhard Gstöttner   12. März 2015

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LINZ. Vor 135 Jahren erteilte das Handelsministerium die Konzession zum Betrieb einer Pferdestraßenbahn. Seit 1897 fährt die Tram elektrisch und befördert nun 59,4 Millionen Menschen im Jahr.

  • Linz an der Straßenbahn: Vor 135 Jahren erteilte das Handelsministerium die Konzession zum Betrieb einer Pferdestraßenbahn – Seit 1897 fährt die Tram elektrisch und befördert nun 59,4 Millionen Menschen im Jahr

Urzeit der Tramway

Wenn meine Großmutter einst von der Linzer Straßenbahn redete, nannte sie diese nicht Bim, sondern Elektrische. Doch die Linzer Tramway wurde zunächst nicht elektrisch, sondern mit original Pferdestärken betrieben.

Heute, am 12. März, ist es genau 135 Jahre her, dass das k. u. k. Handelsministerium die Konzession zum Betrieb einer Pferdestraßenbahn in Linz erteilte. Schon ab Juli 1880 fuhren von Pferden gezogene Garnituren auf der drei Kilometer langen Strecke zwischen dem heutigen Hinsenkampplatz in Urfahr und dem Kaiserin-Elisabeth-Bahnhof, dem heutigen Hauptbahnhof. Insgesamt 14 Pferdebahnwagen waren im Einsatz.

1895 wurde die Strecke in Urfahr um 300 Meter bis zum Mühlkreisbahnhof verlängert. Eine Million Fahrgäste beförderte die Pferdestraßenbahn im Jahr 1895. 1897 kamen die Rösser in den Stall. Denn ab 31. Juli 1897 fuhr die Linzer Straßenbahn mit Strom. Damals entstand auch die Pöstlingbergbahn, die 1898 in Betrieb ging.

Seit 1902 bis Kleinmünchen 

Schon bald nach der Elektrifizierung startete die Straßenbahngesellschaft die Verlängerung der Linie vom Blumauerplatz (heute Standort des Musiktheaters) bis zur Traun in Kleinmünchen. 1902 ging diese vorerst eingleisige Nord-Süd-Linie in Betrieb. Wegen dieser langen Strecke bekam Oberösterreichs Landeshauptstadt in den folgenden Jahren den Spitznamen „Linz an der Tramway“.

1914 kam eine Ost-West-Linie dazu: Die M-Linie führte von der Weißenwolffstraße via Mozartkreuzung zur Waldeggstraße.

Im Ersten Weltkrieg stieg die Zahl der Fahrgäste stark an. 1915 benutzten 7,5 Millionen Menschen die Tramway, 1918 waren es 17,5 Millionen. Zum Vergleich: Auf den drei wesentlich längeren Straßenbahnlinien der Linz AG fuhren im Jahr 2014 insgesamt 59,4 Millionen Menschen.

Hochbetrieb im Jahr 1944 

Nach dem Bau einer neuen Traun-Brücke konnte die Straßenbahn ab 1929 bis Ebelsberg fahren, wo man auf dem Fadingerplatz in die Florianerbahn umsteigen konnte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke von der Blumau bis in die Neue Welt zweigleisig ausgebaut. 37 Millionen Menschen benutzten 1944 die Linzer Straßenbahn.

Vier Monate nach Kriegsende konnte das gesamte Straßenbahnnetz wieder befahren werden. Doch die Grenze zwischen sowjetischem und US-amerikanischem Sektor auf der Nibelungenbrücke behinderte den Verkehr. 1969 stellte die ESG, die Vorgängerin der Linz-Linien, die M-Linie ein, 1973 wurde die Verbindung nach Ebelsberg gekappt. Doch 1977 gab es im Norden von Linz einen großen Fortschritt – lesen Sie mehr dazu unten in der Ausgliederung.

Die Erweiterungen

Neubau statt Eisenbahnbrücke
  1. Von Urfahr-Zentrum bis zur Universität


    1977 wurde das Straßenbahnnetz wesentlich erweitert, führte nun vom Urfahraner Zentrum bis zur Kepler-Universität. Erschlossen wurde damit nicht nur die Uni, sondern auch riesige Wohngebiete bis hinaus nach Auhof. 1985 wurde im Süden der Stadtteil Auwiesen mit der Tram erschlossen.
  2. Mini-U-Bahn und hinaus in die Solar-City


    Mit dem Neubau des Linzer Hauptbahnhofs erhielt Linz auch eine Mini-U-Bahn. Alle Straßenbahnen fahren seit 2004 unterirdisch via Bahnhof. Seit April 2002 fährt die Straßenbahn wieder nach Ebelsberg (Hillerstraße). Im September 2005 wurde die Verlängerung zur Solar-City eröffnet.
  3. Hinaus nach Leonding und weiter bis Traun


    Seit August 2011 fährt die Straßenbahn vom Linzer Hauptbahnhof aufs Harter Plateau in Leonding. Damit werden auch die Wohngebiete an der Linzer Unionstraße und das Keferfeld besser erschlossen. Ab Ende 2015 fährt die Tram bis zur Trauner Kreuzung, Ende 2016 bis zum Schloss Traun.
  4. Eine neue Mini-U-Bahn im Osten von Linz


    Weil die Hauptstrecke im Zentrum von Linz überlastet ist, soll bis 2020 im Osten eine zweite Schienenachse entstehen. Diese soll vom Bulgariplatz über das Franckviertel, das Krankenhausviertel, die Gruberstraße großteils unterirdisch bis zur Donau und über eine neue Brücke nach Urfahr führen.

Das Jahr 1880

Was geschah sonst noch im Jahr 1880, außer dass in Linz die erstem Tramways von Pferden durch die Stadt gezogen wurden? Wir haben interessante Ereignisse von vor 135 Jahren herausgesucht. 

  • 12. Mai: In Bad Hall tritt Gustav Mahler (1860–1911) die Stelle eines zweiten Kapellmeisters am Kurtheater an.
  • 31. Mai: Der Schlossermeister Josef Schachermayer, Begründer der gleichnamigen Firma, stirbt mit 71 Jahren in Linz.
  • 26. Juni: Zur Errichtung der damals so genannten Landesirrenanstalt Niedernhart kauft das Land ein Grundstück.
  • 7. Juli: Konrad Duden bringt in Leipzig das erste „Vollständige Orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“ (erster Duden) heraus.
  • 6. August: Der Volksschauspieler Hans Moser wird als Johann Julier in Wien geboren. 1964 stirbt er in Wien.
  • 6. November: Der Schriftsteller Robert Musil („Der Mann ohne Eigenschaften“) wird in Klagenfurt geboren. Musil emigriert 1938 vor den Nazis in die Schweiz, wo er 1942 in Genf stirbt.

 

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