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Tagespost

Tödlicher Unfall mit Kanzlerlimousine

14. Juli 2015 00:05 Uhr

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Bild 1/9 Bildergalerie: Kanzlerlimousine verunglückte in Oberösterreich

Vor 80 Jahren prallte der Wagen von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg auf der Reichsstraße zwischen Asten und Ebelsberg gegen einen Birnbaum. Während der Führer der Vaterländischen Front den Unfall überlebte, kam für seine Frau Herma jede Hilfe zu spät.

  • Vor 80 Jahren prallte der Wagen von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg auf der Reichsstraße zwischen Asten und Ebelsberg gegen einen Birnbaum.
  • Während der Führer der Vaterländischen Front den Unfall überlebte, kam für seine Frau Herma jede Hilfe zu spät.

Tödlicher Unfall

„Um 15.45 Uhr klangen – wohl als erste in Österreich – die Kirchenglocken von Ebelsberg zum Zeichen der Trauer um die tote Frau in den Nachmittag hinaus.“ So beginnt ein Bericht in der „Tagespost“ über den tragischen Unfall des damaligen Bundeskanzlers Kurt Schuschnigg und dessen Familie.

Der autoritäre Führer der „Vaterländischen Front“ im Ständestaat war am 13. Juli 1935, einem Hochsommertag, von Wien in Richtung St. Gilgen unterwegs. Familie Schuschnigg wollte im Salzkammergut den Urlaub verbringen.

In der zwei Tonnen schweren Staatskarosse der Firma Gräf&Stift saßen neben Schuschnigg noch seine Ehefrau Herma, Sohn „Kurti“, der Chauffeur, ein Kindermädchen und ein Sicherheitsbeamter. Gegen Mittag verlor der Fahrer auf der Reichsstraße zwischen Asten und Ebelsberg die Herrschaft über den Kanzlerwagen. Das Auto prallte beinahe ungebremst mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h gegen einen Birnbaum am Straßenrand.

Schuschnigg und seine Frau wurden aus dem Fond geschleudert. Während der Bundeskanzler mit einer Schulterfraktur davonkam, prallte seine Frau gegen das Autodach, brach sich die obere Wirbelsäule und starb noch am Unfallort. Alle weiteren Insassen überlebten den schweren Verkehrsunfall.

Nach und nach trafen Feuerwehrmänner und Rettungssanitäter aus Linz und Enns ein. Immer mehr Schaulustige strömten zu der Unfallstelle. Der Leichnam von Herma Schuschnigg wurde im Totengräberhäusl auf dem Friedhof in Ebelsberg aufgebahrt.

Gerüchteweise war von einem Attentat auf den Bundeskanzler die Rede. Doch dem Unglück lag ein technisches Gebrechen zugrunde. Ein Stein hatte das Differenzial beschädigt und das Auto manövrierunfähig gemacht.

Noch am Unfalltag blühte ein merkwürdiger Handel mit Erinnerungsstücken auf. Händler boten Glasscherben des Unglückswagens oder Rindenstücke des Birnbaums als Devotionalien an. Wenige Tage nach dem Schicksalstag für Schuschnigg errichteten Mitglieder der Vaterländischen Front ein zwei Meter hohes Holzkreuz an der Unfallstelle. Aus dem Kreuz wurde später ein Marterl im Gedenken an Herma Schuschnigg, das heute noch an der B1 auf Höhe Pichlingersee steht.     (dmf)

 

Das Jahr 1935

Das Jahr 1935 - was sonst noch geschah


13. Jänner: Bei der im Friedensvertrag von Versailles vorgesehenen und vom Völkerbund durchgeführten Volksabstimmung im Saargebiet sind 90,8 Prozent für die Rückgliederung an das Deutsche Reich, 8,8 Prozent für die Selbständigkeit des Saargebietes und 0,4 Prozent für den Anschluss an Frankreich.


24. Jänner: In den Vereinigten Staaten kommt nach einer vorausgegangenen Testphase das erste Dosenbier, abgefüllt von der Brauerei Gottfried Krueger Brewery Company, in den Handel.


25. Mai: Jesse Owens stellt in Ann Arbor, Michigan, innerhalb von 45 Minuten fünf neue Weltrekorde auf, einen Weltrekord stellt er ein.

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