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Brucknerhaus: „Klarheit und Schönheit“

Von Peter Grubmüller   25. März 2015

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Bild 1/8 Bildergalerie: Eröffnung des Brucknerhauses 1974

Brucknerhaus-Eröffnung: Am 23. März 1974 eröffnete Herbert von Karajan mit den Wiener Philharmonikern das Linzer Brucknerhaus – den politisch heftig debattierten Neubau des Architekten Heikki Siren

  • Brucknerhaus-Eröffnung: Am 23. März 1974 eröffnete Herbert von Karajan mit den Wiener Philharmonikern das Linzer Brucknerhaus – den politisch heftig debattierten Neubau des Architekten Heikki Siren

41 Jahre Brucknerhaus

Knapp 30 Jahre hatten Oberösterreich und die Stadt Linz in heftigen politischen Debatten – und von den Oberösterreichischen Nachrichten dazu gedrängt – gerungen, bis das Brucknerhaus endlich dastand. Am 23. März 1974 wurde es mit einem Konzert der Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan eröffnet.

Seit 1944 hatte in Linz eine Konzerthaus-Lücke geklafft. Der prächtige Musikpavillon, der bis dahin im Linzer Volksgarten bespielt worden war, wurde bei einem Bombenangriff zerstört. „Am 21. Jänner 1969 fräste die erste Schubraupe an der Südseite des mächtigen Donau-Hochwasserschutzdammes die erste Erdladung aus dem Boden“, schrieben die OÖN in der Brucknerhaus-Eröffnungsbeilage.

Wenige Tage zuvor hatte der damalige Bundespräsident Franz Jonas die Urkundenrolle über den Bau überreicht, die später in die Mittelsäule der Garderobenhalle des Brucknerhauses eingemauert wurde – dort steht sie heute noch. Damals, Ende der 60er Jahre, war noch von „Brucknerhalle“ die Rede gewesen.

260 Kilometer Kabel wurden im Bau des finnischen Architekten Heikki Siren verlegt, 2000 Leuchten montiert und eine Schaltanlage für 20 voneinander unabhängig zu bedienenden Klimaanlagen installiert, bis es so weit war und Herbert von Karajan ans Pult schritt. „Die Töne sind auf mich hereingerauscht, in einer Klarheit und Schönheit wie für mich noch nie in einem Konzerthaus“, sagte Karajan zu Bundeskanzler Bruno Kreisky, der das Haus seiner Bestimmung übergab. Gespielt wurden vier Motetten von Anton Bruckner („Locus iste“, „Os justi“, „Christus factus est“ und „Ave Maria“). Und bei der „Siebten“ Bruckners, die erste Symphonie im Brucknerhaus, soll einfach alles gestimmt haben – das berichten jene, die das Konzert damals so wie 120 Journalisten aus dem In- und Ausland miterlebt haben.

Karajan war als Superstar gekommen, so gab er sich auch: Aus der Tiefgarage des 50 Meter entfernten Tourotels (heute Arcotel) ließ er sich mit einem Taxi zum Brucknerhaus-Haupteingang bringen.
Während der langen Eröffnungsansprachen wurde einer Chorsängerin übel. Sie brach zusammen und wurde aus dem Saal getragen. Kreisky, der auf solche Übelkeitsanfälle in seiner Umgebung stets allergisch reagierte, soll bis zu seiner Rede wieder fit gewesen sein.

Politischer Umweg

Der politische Umweg bis zum Brucknerhaus

  • 12. Oktober 1960:

Landeshauptmann Heinrich Gleißner und der Linzer Bürgermeister Ernst Koref einigen sich über die Bauherrschaft der Stadt und die Beteiligung des Landes an den Baukosten.

  • 28. Juni 1961:

In Verhandlungen mit dem Bund werden die Baukosten mit 100 Millionen Schilling festgesetzt. Anteil des Bundes und des Landes: jeweils 20 Prozent.

  • 21. Mai 1962:

Der Linzer Gemeinderat entschließt sich für den Entwurf des finnischen Architekten Heikki Siren.

  • 10. Dezember 1966:

Bürgermeister Edmund Aigner stellt ob der Linzer Budgetnöte fest, dass auch 1967 mit dem Bau nicht begonnen werden kann.

  • 6. November 1968:

Endgültiger Beschluss unter Bürgermeister Theodor Grill über den Baubeginn des Brucknerhauses im Frühjahr 1969.

 

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