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Sternstunden auf dem "heiligen Rasen"

Von Alexander Zambarloukos   25. Juni 2015

Sternstunden auf dem "heiligen Rasen"
Wimbledon-Sieger mit 17

Der Deutsche Boris Becker krönt sich am 7. Juli 1985 mit zarten 17 Jahren zum jüngsten Wimbledon-Champion aller Zeiten und bereichert die Grand-Slam-Turnier-Kategorie "Magische Momente" um ein spezielles Kapitel.

  • Der Deutsche Boris Becker krönt sich am 7. Juli 1985 mit zarten 17 Jahren zum jüngsten Wimbledon-Champion aller Zeiten und bereichert die Grand-Slam-Turnier-Kategorie "Magische Momente" um ein spezielles Kapitel.

Sternstunden auf dem "heiligen Rasen"

Wimbledon ist nicht nur wegen seiner Tradition das Nonplusultra in der Tennisszene. Ein Grand-Slam-Klassiker, dessen Gesamt-Preisgeld mittlerweile auf 37,5 Millionen Euro hochgeschnellt ist. Das "Mekka" mit dem strengen Dress-Code, der dem bunten Treiben das Messer ansetzt. Die "Rasenplantage" im Südwesten Londons, wo sich Stars, Sternchen und Hochadel die Klinke in die Hand geben.

Wo Erdbeeren mit Schlagobers zum Kassenschlager werden.

Wo Thomas Muster als einziger Weltranglistenerster der "offenen Ära" kein Match gewonnen hat und damit im Schatten von Martina Navratilova (USA) steht, die die Trophäe nicht weniger als neunmal gestemmt hat.

Wo seit 1877 die (erst weiße, später gelbe) Filzkugel über das Netz gedonnert und damit der Status als ältestes und prestigeträchtigstes Tennisturnier untermauert wird.

Wo sich "Marathonsieger" John Isner (USA) und Nicolas Mahut (Fra) zwischen 22. und 24. Juni 2010 elf Stunden und fünf Minuten "beschnuppert" haben und erst im atemberaubenden fünften Satz die Entscheidung zu- gunsten der "Aufschlagkanone" aus den Staaten fällt. Mit 70:68. Ein Rekord für die Ewigkeit.

Wo "Rüpel" Jeff Tarango 1995 dermaßen aus der Rolle fällt, dass selbst die Zuschauer auf den Tribünen unter dem Motto "Fremdschämen" peinlich berührt sind.

Watschen für den "Schiri"

Der exzentrische US-Amerikaner verlässt nach Schimpftiraden in Folge einer umstrittenen Entscheidung des französischen Schiedsrichters Bruno Rebeuh fuchsteufelswild den Platz und gibt damit das Match gegen Alexander Mronz (D) verloren. Anschließend verpasst Jeffs Ehefrau dem Referee noch zwei heftige Ohrfeigen. Kein leiser Abgang.

All diese Extreme verdeutlichen, warum Wimbledon so riesig ist. Doch ein Mann fehlt noch in dieser Aufzählung: Boris Becker.

Sein erster Triumph bei den "All England Lawn Championship" jährt sich in Bälde zum 30. Mal. Wir schreiben den 7. Juli 1985. Ein Rotschopf aus Leimen (Baden-Württemberg/25.800 Einwohner) zieht mit 17 aus, um in einer ihm unnachahmlichen Art die Tennis-Welt zu erobern.

Sternstunden auf dem "heiligen Rasen"
Sternstunden auf dem "heiligen Rasen"

"Hoffentlich war’s kein Traum"

"Bobele" erfindet die Körpersprache neu. Sein "Hecht" nach selbst unerreichbaren Kugeln wird ebenso zum Markenzeichen wie die geballte "Becker-Faust". Nicht zu vergessen auf seine unkonventionelle Aufschlagbewegung, bei der er mehrfach seinen Körper verbiegt, um dann sein ganzes Gewicht in das Service zu legen.

Am Tag nach dem 6:3-, 6:7-, 7:6- und 6:4-Finaltriumph über den Südafrikaner Kevin Curren füllt das deutsche "Wunderkind", der jüngste Wimbledon-Champion in der Historie, Zeitungsseiten.

"Hoffentlich war’s kein Traum" – mit diesen Worten zitieren damals auch die OÖN den Shootingstar, der die jugendliche Frechheit besitzt, ein Jahr später seinen Titel zu verteidigen.

Übrigens gegen Ivan Lendl, der auf dem "heiligen Rasen" bei allen Anstrengungen keine Hand an den Pokal bringt. Das ist nicht das Bier des heute 47-jährigen Herrn Becker, der in der kommenden Woche wieder Londoner Luft atmen wird. Nicht als Aktiver, sondern als Trainer des Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic (Ser).

Dieses Gespann funktioniert, doch die "Boris-Gedanken" kreisen schon um die Zukunft. Was passiert, wenn Rafael Nadal und Roger Federer aufhören? "Dem Tennis fehlen dann Emotionen und Typen." Typen wie Becker...

Wimbledon Championships
Boris Becker als Coach von Novak Djokovic

 

Das Jahr 1985

Das Jahr 1985

 

  • 28. Jänner: Alfredo Foni, 1911 in Udine geboren, stirbt im Alter von 74 Jahren. Als aktiver Fußballer war er Olympiasieger (1936) und Weltmeister (1938) mit der italienischen Nationalmannschaft. Als Trainer führte er Inter Mailand zu zwei Meistertiteln. Seine Zeit als Teamchef der „Squadra Azzurra“ war nicht von Erfolg gekrönt. Erst scheiterte Foni in der Qualifikation für die WM 1958, dann musste er nach einer 2:3-Niederlage in Wien (23. März 1958) gegen Österreich seinen Hut nehmen.
  • 30. April: Der US-amerikanische Unternehmer Dick Bass erreicht den Gipfel des Mount Everest unter der Führung von David Breashears. Er ist damit der Erste, der die Seven Summits, die höchsten Gipfel der sieben Kontinente, bestiegen hat. Mit 55 Jahren stellt er außerdem einen Altersrekord auf dem Mount Everest auf.
  • 9. November: Bei der Schach-WM gewinnt Garri Kimowitsch Kasparow gegen Anatoli Karpow und wird mit 22 Jahren jüngster Weltmeister der Geschichte.
     

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