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Österreichs erste Autoschau – in Linz

Von Carsten Hebestreit und Clemens Schuhmann   14. März 2015 00:04 Uhr

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Bild 1/29 Bildergalerie: Rundgang durch den Autofrühling Linz

Der Linzer Autofrühling, der erstmals am 23. April 1971 seine Tore öffnete, war Wegbereiter für alle anderen Autoausstellungen Österreichs.

  • Der Linzer Autofrühling, der erstmals am 23. April 1971 seine Tore öffnete, war Wegbereiter für alle anderen Autoausstellungen zwischen Neusiedler- und Bodensee

1. Linzer Autofrühling

Wir haben uns", erinnert sich Paul Zeilinger, "verschiedene Orte angeschaut: die Reitställe in Ebelsberg und die Sporthalle auf der Gugl. Es gab aber auch die Idee, die Zelte auf dem Urfahraner Jahrmarkt noch ein paar Tage länger stehen- zulassen und diese dann als Ausstellungsort zu nutzen."

Und doch entschieden sich die Initiatoren des 1. Linzer Autofrühlings für die ESG-Halle. Also dort, wo die Autobusse der heutigen LinzLinien gewartet und repariert wurden. Nur ein paar Monate später eröffnete Österreichs erste Autoschau – von 23. bis 25. April 1971. "Da waren riesige Ölflecken auf den Böden und an den Wänden", erzählt Paul Zeilinger, der Initiator und Präsident des Autofrühlings. "Das war aber egal, die Leute kamen in Scharen."

Zeilinger fungierte damals als Sprecher des "Ausstellungsvereins Linzer Automobilhändler", wie der Organisator seither offiziell heißt. Erster Präsident war BMW-Verkaufsleiter Peter Pongratz, 22 Händler waren mit von der Partie.

"Beim Eingang spielte die Magistratsmusik", erzählt Paul Zeilinger. "Auf den Parkplätzen standen Autos mit Kennzeichen aus Bayern, Wien, Burgenland, Salzburg und anderen Regionen." Die Linzer hatten mit dem Autofrühling einen Volltreffer gelandet. "Das hatte keiner erwartet!"

"Wir sind das Original", sagt der heutige Sprecher, Ernest Wipplinger, nicht ohne Stolz. Denn im Linzer Windschatten folgten etliche Zeit später andere Auto-Ausstellungen in Österreich.

Die OÖNachrichten sind übrigens seit Anbeginn Kooperationspartner des Autofrühlings. "Werner Oberlik von den OÖN und ich hatten die Idee des Autofrühlings. Gemeinsam haben wir’s dann initiiert", erinnert sich Paul Zeilinger. Die Partnerschaft besteht somit seit 45 Jahren.

"OÖN-Autoschau ein Bombenerfolg. In Scharen pilgerten die Besucher in die ESG-Halle", berichteten die OÖN am 26. April 1971. Exakt 26.271 Besucher wurden gezählt. Ausgestellt waren beim ersten Autofrühling übrigens 110 Neuwagen – darunter Marken, die heute längst verschwunden sind: DAF, Simca, Morris, Rover, Austin oder Sunbeam. 

Paul Zeilinger
Paul Zeilinger

Interview

"Linzer Autofrühling war Wegbereiter für Automessen in Österreich"

  • Interview mit Paul Zeilinger, dem Organisationschef des Linzer Autofrühlings, über die erfolgreiche Geschichte dieser Autoausstellung, die überregionale Bedeutung und ein besonderes Highlight.

Er ist der "Mister Autofrühling" und seit vielen Jahren Organisationschef der Automesse im Linzer Design Center: der unermüdliche Paul Zeilinger. Im folgenden Interview erzählt der Automensch von den Anfängen des Autofrühlings, der speziellen Chemie unter den Linzer Händlern, die Bedeutung der Automesse und sein ganz persönliches Autofrühlings-Highlight im Jahr 2013.

  1. Wie kam es eigentlich im Jahr 1971 zum allerersten Linzer Autofrühling?


    Die Linzer Autohändler wälzten im Jahr davor bereits entsprechende Pläne. Hintergrund war folgender: Wir wollten den Autokäufern, die von Händler zu Händler fuhren, viele Wege ersparen. Zeitgleich mit den Händlern hatten auch die OÖNachrichten entsprechende Ausstellungspläne. Und dann haben wir uns eben zusammengetan.
  2. War es schwer, einen geeigneten Standort zu finden?


    Zuerst wollten wir den Autofrühling ja in mehreren Zelten auf dem Urfahrmarkt-Gelände machen. Dann schauten wir uns einige Alternativen an – und schließlich sind wir dann in der ESG-Halle gelandet.
  3. War der erste Autofrühling gleich ein voller Erfolg?


    Ja! Wir zählten 30.000 Besucher. Dabei war damals noch eher alles sehr einfach gehalten. Ich weiß noch: Alle Händler hatten eine gleich große Ausstellungsfläche – und nur die Firma Leischko (damals Peugeot-Händlerbetrieb, Anm.) hatte einen Teppich. Der Linzer Autofrühling war letztlich dann sogar der Grund, das wunderschöne Design Center zu bauen, das hat uns ein früherer Bürgermeister einmal ausdrücklich bestätigt. Und jetzt sind wir seit 1991 im Design Center.
  4. Was ist denn das Besondere am Linzer Autofrühling?


    Wir als Verein sind der Veranstalter – und nicht eine Messe. Daher haben wir eine bessere Kostenstruktur. Dazu kommt, dass die Harmonie unter den Linzer Autohändlern großartig und exzellent ist. Wir pflegen das Du-Wort untereinander. Über die Jahre hat sich da eine ganz tolle Freundschaft und Kameradschaft entwickelt.
  5. Hat der Linzer Autofrühling eine überregionale Bedeutung?


    Ganz klar! Wir waren ja die erste große Autoausstellung in Österreich – und dann war da lange nichts. Erst nach und nach kamen dann Wien, Graz oder Salzburg und in letzter Zeit auch regionale Automessen wie etwa in Freistadt oder Ried. Der Linzer Autofrühling war der Wegbereiter. Dazu kommt, dass wir mit unserem VIP-Abend fast alle Generaldirektoren der Importeure da haben. Das hilft ungemein.
  6. Was war denn bisher Ihr schönstes und prägendstes Erlebnis im Zusammenhang mit dem Linzer Autofrühling?

    Das war ganz klar der Besuch des mächtigsten Automanagers der Welt. Ferdinand Piëch beehrte uns im Jahr 2013 gemeinsam mit seiner Frau Ursula. Das gemeinsame Foto landete am nächsten Tag auf der Titelseite der OÖNachrichten. Das war natürlich eine Sensation!
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