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Die Queen zu Besuch in Österreich

Von Valerie Hader   12. Mai 2015

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Bild 1/10 Bildergalerie: Die Queen zu Besuch in Österreich

Staatsbesuch: Es war ihr bislang einziger Auftritt in Österreich – doch diesen hat Queen Elizabeth „sehr genossen“, wie sie später in einem Telegramm schrieb. Die britische Monarchin bereiste im Mai 1969 Wien, Innsbruck, Salzburg und Graz, die OÖNachrichten waren natürlich live dabei.

  • Staatsbesuch: Es war ihr bislang einziger Auftritt in Österreich – doch diesen hat Queen Elizabeth „sehr genossen“, wie sie später in einem Telegramm schrieb. Die britische Monarchin bereiste im Mai 1969 Wien, Innsbruck, Salzburg und Graz, die OÖNachrichten waren natürlich live dabei

Die Queen in Österreich

Es soll ein wahrer Triumphzug gewesen sein: der sechstägige Staatsbesuch von Queen Elizabeth, ihrem Mann Prinz Philip und Tochter Prinzessin Anne (die aufgrund einer Verkühlung etwas später nachreiste) von 5. bis 10. Mai 1969 in Österreich. Schon Wochen vorher sollen die Aufregung groß und die Vorbereitungen umfangreich gewesen sein, wie die OÖNachrichten in diesen Tagen berichteten. Das Land putzte sich heraus, rote Teppiche wurden ausgestaubt und sogar gepanzerte Limousinen aus Deutschland geliehen.

Schon bei ihrer Ankunft am Flughafen – die britische Königin wurde mit Fanfarenklängen, Salutschüssen und einem Kinderchor aus Kärnten empfangen – säumten Tausende Schaulustige die Straße von Schwechat nach Wien. Weitere Tausende warteten vor dem Hotel Imperial, um der Monarchin und ihrem Gefolge dort zuzujubeln.

Salutschüsse und Orchideen

Insgesamt sollen es 50.000 Menschen gewesen sein. Ganz Österreich konnte zudem die feierliche Begrüßung durch Bundespräsident Franz Jonas auf den Fernsehschirmen mitverfolgen. Er überreichte der Queen zur Begrüßung einen Strauß violetter Orchideen, wie OÖNachrichten-Korrespondent Ulrich Stocker zu berichten wusste. Die damals 43-jährige Königin trug demnach dabei übrigens ein lachsrosa Seidenkleid und einen Hut mit rot-weiß-rotem Band.

In der Bundeshauptstadt selbst wartete dann ein „dicht gedrängtes Programm“ auf die (ganz in lichtgrün gekleidete) Königin, darunter eine Vorführung der Spanischen Hofreitschule, eine Führung durch die Schatzkammer sowie der Besuch des Parlaments.

Auch eine typische Gemeindewohnung in Kaisermühlen wurde der Queen zur Besichtigung vorgeführt. Ob sie von Räumlichkeiten der Familie Chlumetzky tatsächlich beeindruckt war, ist indes nicht überliefert. „Sehr schön wohnen Sie hier“, soll sie angeblich nur gesagt haben.

Straußoperette und ein Schnaps

Am Abend wurde ihr zu Ehren dann die Straußoperette „Fledermaus“ in der Staatsoper aufgeführt. Ursprünglich sollte der Rosenkavalier gegeben werden – allerdings war zuvor durchgesickert, dass die royalen Gäste eine Operette der Oper vorziehen würden, wie zu lesen war. In den folgenden Tagen standen Tirol, Salzburg und auch die Steiermark auf der Reiseroute: Die Innsbrucker, die die Queen mit einer Bauernjause (samt Schnaps) empfingen, sollen von der Monarchin – so der Wortlaut in den OÖN – regelrecht überwältigt gewesen sein.

Jubelstimmung anschließend auch in Salzburg, wo die königliche Familie die Altstadt besichtigte und im Schloss Kleßheim residierte. Allein das Blumenarrangement im Foyer soll 24.000 Schilling gekostet haben, wie OÖN-Korrespondent Ulrich Stocker in Erfahrung brachte. Auch der Speiseplan des Diners ihr zu Ehren blieb kein Geheimnis: Es gab ein kaltes Büfett mit Kalbsrücken, Hasenpastete, Fasanbrüsten und Forellen, zum Dessert eine Schmankerlbombe mit heißen Weichseln. Tags darauf standen die Lipizzaner in Piber und schließlich Graz auf dem Programm. Auch dort wurden die ausländischen Gäste fürstlich bewirtet – mit Gänseleber, Trüffeln, Spargel, Erdbeeren und Eisbombe. Dazu wurden steirischer Traminer und Tee gereicht. „Unruhe“ stiftete allerdings Prinz Philip, als er um einen Sliwowitz bat. Der musste extra aus einem Restaurant geholt werden, war zu lesen.

Zum Abschluss gönnte sich die Queen mit ihrer Familie noch einen Ruhetag in Wien. „Sie hatte offenbar nicht einmal mehr Lust verspürt, „shopping zu gehen“, bemerkten die OÖN.

Der Mai 1969

Das geschah am Mai 1969

  • 3. Mai: In Linz wird ein Heiratsschwindler gefasst. Der Holländer soll mindestens drei Frauen um insgesamt 16.000 Schilling betrogen haben.
     
  • 3. Mai: In Oberösterreich ist die Rhabarberzeit angebrochen, wie die OÖN in ihrem Markt-Bericht schreiben. Demnach kostete ein Kilo am Südbahnhofmarkt damals 8 Schilling, heurige Kartoffeln gab’s um 6 und heimischen Spargel gar um 50 Schilling pro Kilo.
     
  • 9. Mai: Der heute als Klassiker geltene Horrorfilm „Rosemaries Baby“ mit Mia Farrow läuft in den heimischen Kinos an.
     
  • 10. Mai: Das OÖN-Wochenendmagazin ruft die „Eiszeit“ aus und stellt die brandneuen Speiseeis-Kreationen des Sommers 1969 vor - darunter auch das „Piper“ von Eskimo. Das Eis, dass mit einem Stiel aus einem Plastikbecher gehievt wird, sei eine „völlig neue Eis-Idee“; der Preis: 15 Schilling
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