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Kultur

Virtuos auf drei Beinen: Er malt, schreibt und komponiert

Von Hannah Winkelbauer 29. Januar 2019

Virtuos auf drei Beinen: Er malt, schreibt und komponiert
Farben, Formen und Titel ergeben poetisch-literarische Kunstwerke.

Paul Jaeg von Gosau wird am 1. Februar 70 Jahre alt, die Linzer Galerie Brunnhofer widmet ihm eine Ausstellung

Paul Jaeg von Gosau lautet der Künstlername jenes vielseitig begabten Mannes, der am 1. Februar 1949 als Paul Gamsjäger in Gosau geboren wurde. In der Linzer Galerie Brunnhofer lässt sich der bildende Künstler, Schriftsteller und Komponist anlässlich seines 70. Geburtstags mit einer Ausstellung feiern. Ab seinem zehnten Lebensjahr lernte er Gitarre, Zither, Klavier und Kirchenorgel und trat solo, in Trios und Quintetten auf. Heute komponiert Jaeg selbst "zeitgenössische Musik", wie er es nennt. Zwei Mal wurden bereits Stücke von ihm auf Radio Ö1 übertragen, erzählt er nicht ohne Stolz im Gespräch mit den OÖN.

Seit 30 Jahren befasst sich Jaeg intensiv mit Malerei. In einem 1988 verfassten "Grundsatzpapier" hatte er eigentlich beschlossen, alle drei Sparten – Musik, Literatur und bildende Kunst – gleichwertig zu betreiben. Es sei aber sehr schwierig, sozusagen "auf drei Beinen zu stehen", wie er sagt, und die Malerei habe ihn dann am meisten in ihren Bann gezogen. Es gebe für ihn nichts Wichtigeres im Leben als die Kunst, sagt er. Geprägt von Thomas Bernhard und der Malerei der "Neuen Wilden" arbeitet Jaeg konsequent neugierig an seiner ganz eigenen künstlerischen (Bild-)Sprache. Seine einzige Angst, die Kunst betreffend, sei, dass es "banal" werde. Dagegen wirkt er mit intensiver, kompromissloser Beschäftigung: "Es wird nichts dem Zufall überlassen." Nicht nur die musikalischen, auch seine bildnerischen Arbeiten sind Kompositionen. Jaeg wägt ab, kombiniert, gewichtet. Da treffen naive zeichnerische Elemente auf dynamische Striche, Szenen mit Figuren auf Abstraktes. Schriftähnliche Symbole, Pflanzliches und Noten sind ebenso Teil seiner Motive wie Kleckse, Punkte und Striche aus Ölfarbe und Permanentmarker.

"Ich werde immer an Berge denken", "Neuland" oder "Vom langsamen Bunterwerden": Eine besondere Rolle kommt in den Gemälden des Sprach-, Bild- und Musikkünstlers naheliegenderweise den Titeln zu. Sie fügen den Arbeiten mehrere Ebenen hinzu und eröffnen weite Assoziationsräume.

Paul Jaeg von Gosau ist unter anderem Mitglied der Grazer Autorenversammlung (GAV), der Salzburger Autorengruppe und des Kunstforums Salzkammergut; er bildet mit Peter Assmann, Ferdinand Götz und Richard Wall die Künstlergruppe "sinnenbrand" und zeigt seine Werke im Rahmen einer regen Ausstellungstätigkeit. In der Galerie Brunnhofer sind nun knapp 40 Werke aus den vergangenen drei Jahren zu sehen, es ist Jaegs 110. Ausstellung.

Es werden wohl noch einige folgen. Nächstes Jahr etwa in der Galerie im Lebzelterhaus in Vöcklabruck.

Ausstellung: "Paul Jaeg – zum Siebziger", bis 1. 3., Di.–Fr. 14–18 Uhr, Galerie Brunnhofer, Hafenstraße 33, 4020 Linz

Artikel von

Hannah Winkelbauer

Redakteurin Kultur

Hannah Winkelbauer
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