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Kultur

Streaming, das Bläschen in der großen Fernsehwelt

Von Helmut Atteneder   24. April 2019

 Streaming, das  Bläschen in der  großen Fernsehwelt
Lineares Fernsehangebot, wie hier der ORF-Tatort mit Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser, kann sich gegen die Konkurrenz der Streaming-Anbieter noch gut behaupten.

Bei den Quoten hinkt der milliardenschwere Streamingdienst-Markt dem altgedienten Fernsehen noch weit nach.

Jeden Tag nutzt knapp ein Drittel aller Bewegtbild-Konsumenten bereits die Angebote von Netflix, Amazon, YouTube und Konsorten. Und: Nur noch knapp die Hälfte aller Nutzer schaut klassisch fern. Wer das glaubt, liegt laut einer umfangreichen Studie voll im Trend. Aber auch völlig falsch. Tatsächlich ist das mit Dollar- und/oder Euro-Milliarden gefütterte Angebot für die Streaming-Community im Vergleich zum herkömmlichen TV-Programm erst ein kleines Luftbläschen. Denn nicht die gefühlten 27,5 Prozent der gesamten Bewegtbild-Nutzer (ab 14 Jahre) schauen täglich – wo und wann sie wollen – auf den großen Streaming-Portalen, sondern nur 8,2 Prozent.

Ähnlich ist es beim TV-Konsum: 86 Prozent schauen täglich laufendes oder aufgenommenes TV-Programm – und nicht wie angenommen nur 51 Prozent.

Auch die Verweildauer der TV-Nutzer steigt nach wie vor kontinuierlich. Im Vorjahr saß jeder heimische Fern-Seher täglich im Schnitt 290 Minuten vor der "Glotze" – ein Rekordwert für die mediale Neuzeit mit den großen Konkurrenten der Streamingdienste, aber auch YouTube oder Facebook. 2009 lag dieser Wert bei 243 Minuten.

Warum investieren dann Giganten wie Apple zwei Milliarden Dollar in einen neuen Streamingdienst "tv+"? Weil sie den "jungen Markt" angreifen. Weil sie wissen, dass das Smartphone bei der Generation Internet längst die Nummer 1 ist bei den beliebtesten Bildschirmen. Ihr Credo: Ich schaue, was ich will, wo ich will und wann ich will.

Tatsächlich zeigt die Verteilung der genutzten Bewegtbild-Angebote bei den 14- bis 29-Jährigen laut der aktuellen Studie der Regulierungsbehörde RTR und der Arge Teletest ein anderes Bild.

Diese Zielgruppe schaut nur noch zu zwei Dritteln täglich fern. Vom aktuell laufenden TV-Angebot macht nur noch knapp die Hälfte aller Befragten Gebrauch. YouTube kommt hier bereits auf neun Prozent, Netflix auf fünf und Amazon Prime Video auf vier Prozent. Dennoch: Die laut "Sinus Milieus" großteils modern eingestellte, urbane und bildungsnahe Streaming-Community ist – noch – nicht so bedeutend wie angenommen.

Es gilt zwar unter Freaks en vogue, sich ausladend über Serien wie "House of Cards" (Netflix), "Game of Thrones" (HBO) oder "Der Pass" (Sky) zu unterhalten, doch selten erreichen diese finanziell wie technisch opulenten Serien mehr als zwei Prozent am gesamten TV-Kuchen.

Damit bewegen sich diese Bezahl-Anbieter im Umfeld der TV-"Kleinsender" ZDF Neo (2,5 %) oder Sat1-Gold (1,6 %). Im Vergleich dazu brachte es die ORF-Sendergruppe im März auf 33,3 % Marktanteil.

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Bewegtbild-Studie RTR und Arge Teletest

86%TV-Nutzung: Vom täglichen Bewegtbild-Angebot (TV, Streaming, YouTube) schauen 86 Prozent der über 14-Jährigen in Österreich pro Tag klassisch fern. Auf YouTube entfallen 4 Prozent, je 2 Prozent konsumieren Netflix und Amazon Prime.

14–29-Jährige: In dieser Zielgruppe sehen täglich 66 % linear fern. Der YouTube-Anteil beträgt hier 9 %, Netflix kommt demnach täglich auf 5, Amazon Prime auf 4 %.

Verweildauer: Im Vorjahr sahen die österreichischen TV-Nutzer 290 Minuten täglich fern – ein Spitzenwert. 2009 waren es 243 Minuten.

Wahrnehmung & Realität: Laut Umfrage wird die Nutzung von Amazon um den Faktor 4, Netflix fast um den Faktor 5 überschätzt und TV um 32 Prozent unterschätzt.

Pro & Contra: Hat lineares Fernsehen Zukunft?

 

 
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