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Kultur

"Star Trek"-Ikone, Nazi-Jäger und ein NFL-Superstar als Mörder

Von Lukas Luger  26. Februar 2020 00:04 Uhr

Patrick Stewart
Patrick Stewart in „Picard“

"Picard", "Hunters", "Der Mörder in Aaron Hernandez": Die OÖN stellen Ihnen die wichtigsten Streaming-Neuerscheinungen vor.

Die mit hoher Erwartungshaltung gestartete "Enterprise"-Fortsetzung "Star Trek: Picard" (Amazon Prime) geht in die Halbzeit. Fünf von zehn Episoden der Serie, für die Patrick Stewart (79) nach 18 Jahren Pause wieder in seine Paraderolle als Jean-Luc Picard schlüpfte, sind bereits abrufbar. Das Fazit: Das im Jahr 2399 spielende "Picard" ist der düsterste und brutalste Ableger aus dem "Star Trek"-Kanon! Mit der Sozialutopie von Enterprise-Erfinder Gene Roddenberry teilt die Serie nur noch wenig. Das Universum versinkt in Gewalt, die Föderation hat ihre Ideale verraten. Als vor Picards Augen eine junge Frau – die sich als Tochter seines Androiden-Spezis Data entpuppt – von romulanischen Agenten getötet wird, macht sich der streitbare Pensionist zu seiner letzten (?) Mission auf. Diese ist anfangs zu bedächtig inszeniert, entfaltet danach mit ihrem dystopischen "Blade Runner"-Flair aber rasch irrsinnige Spannung und Sogwirkung.

OÖN Bewertung: ***

"Star Trek"-Ikone, Nazi-Jäger und ein NFL-Superstar als Mörder
Al Pacino inmitten seiner Nazijäger-Kumpane

Etwas, das Al Pacino in seinem Seriendebüt "Hunters" (Amazon Prime) nicht gelingt. Der 79-Jährige spielt einen jüdischen Holocaust-Überlebenden, der im New York der 70er-Jahre Jagd auf überlebende Nazis macht. Klingt toll, ist es aber nicht. Der Versuch, Quentin Tarantinos ähnlich gelagertes "Inglourious Basterds" in puncto Trash-Faktor, Schrille und flapsiger Sprüche zu überbieten, geht in die Hose. Dagegen ist auch Pacinos nuanciertes Spiel chancenlos. Dass sich die Autoren bemüßigt fühlten, das Grauen von Auschwitz mittels fiktiver Todesspielchen noch zu "überbieten", ist eine Sauerei.

OÖN Bewertung: ***

Was treibt einen millionenschweren NFL-Superstar dazu, einen Menschen zu töten? Dieser Frage widmet sich die exzellente True-Crime-Doku "Der Mörder in Aaron Hernandez" (Netflix). Der Footballer der New England Patriots wurde 2013 wegen Mordes an einem Bekannten zu lebenslanger Haft verurteilt, wegen zwei weiterer Morde war er in einem separaten Verfahren angeklagt. 2016 beging er 27-jährig im Gefängnis Suizid. Triste Familienverhältnisse, versteckte Homosexualität, Druck, schwere Gehirnerschütterungen – unaufgeregt arbeitet der Dreiteiler die komplizierten Lebensumstände Hernandez’ heraus. Ohne zu urteilen, ohne zu entschuldigen.

OÖN Bewertung: *****

Aaron Hernandez
Doku über Aaron Hernandez

Artikel von

Lukas Luger

Redakteur Kultur

Lukas Luger
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