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Sinnlich-abenteuerliches Spiel um Liebe bei den Donaufestwochen

Von Karin Wagner, 05. August 2019, 00:04 Uhr
Sinnlich-abenteuerliches Spiel um Liebe bei den Donaufestwochen
"Rezia" Elisabeth Breuer Bild: : R. Winkler

Haydns Oper "Die unverhoffte Begegnung" begeisterte musikalisch bestbesetzt in den Händen von Michi Gaigg auf Schloss Greinburg.

Mit Haydns Oper "L’incontro improvviso" ("Die unverhoffte Begegnung") ging unter der musikalischen Leitung von Michi Gaigg ein sinnlich-abenteuerliches Spiel und Zerren um Liebe, Flucht und Freiheit seine Wege. Tschinellen-Klänge eröffneten fulminant und schlossen das um Orientalismen angereicherte Treiben, in dessen Mittelpunkt die entführte persische Prinzessin Rezia stand: Und wahrlich eine große Königin war Elisabeth Breuer in dieser Rolle. Ihr im Harem des Sultans von Kairo verschlossen dahinwelkendes Mädchentum transformierte sich auf der Flucht mit dem geliebten Prinzen Ali zu einer Heldin erhobenen Armes à la "Statue of Liberty". Die Koloraturen stiegen in siegessichere Höhen auf, glasklar und unglaublich gut. Eine Glanzbesetzung.

Tugendhaft und doch mit Hang zum Selbstmitleid ihr stimmschöner Ali (Robert Bartneck), dessen Männlichkeit – so will es der Stoff – sich der starken künftigen Partnerin erst anzunähern hatte. An Alis Seite schnorrte sich der gemütlich-gefräßige Diener Osmin (Markus Miesenberger) durch die Hindernisse des Sultanspalasts hindurch – witzig und gewandt, doch dem kiffenden Bettlerderwisch Calandro (Rafael Fingerlos) auf den Leim gehend. Noch zuvor setzte Osmin einen stolzen Che Guevara mit Stirntuch und Liberté-Fahne in Szene. Ein Augenblick, der den Kern des Stücks trifft. Das Plastikfolien-Bühnenbild änderte mit dem Ausblick auf die Freiheit sein Gesicht zur Goldfolie: ein paar Holzteile dazu – mehr brauchte es nicht.

Eine eigene Sphäre gaben Rezias treue Gefährtinnen ab: Balkis (Anna Willerding) mit dem besten Herz der Welt und einer dem gebührenden Stimme, Dardane (Annastina Malm) als selbstironischer Lockvogel für den Prinzen. Dem glänzenden Spektakel gab das L’Orfeo Barockorchester den richtigen Drive: höchst bemerkenswert, wie zart und fein der Klangkörper zurückzutreten vermochte, um im nächsten Moment markant anzuwachsen, wenn das Tutti gefragt war. Ein exzellentes Orchester! So fehlte nur noch der Sultan von Ägypten (Michael Wagner), der den Geflüchteten und somit auch dem Liebespaar seinen Segen gab. Eine Botschaft, die uns allen etwas bedeuten soll und die sich im Schluss-chor manifestierte: "Es ende nunmehr der Schatten der Tränen, er ändere sich in freudigen Gesang."

Fazit: Musikalische Bestbesetzung auf allen Linien in den Händen Michi Gaiggs. Das sollte man genussvoll gehört und gesehen haben!

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Autor
Karin Wagner
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