Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    ANMELDUNG
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.


gemerkt
merken
teilen

Schauspielerin Christiane Hörbiger ist tot

Von nachrichten.at/apa, 30. November 2022, 15:31 Uhr
Christiane Hörbiger Bild: (Privat)

WIEN. Sie war eine der beliebtesten Fernsehschauspielerinnen des Landes: Christiane Hörbiger ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Medienberichten zufolge starb der Publikumsliebling Mittwochfrüh. Erst am 13. Oktober hatte sie ihren 84. Geburtstag gefeiert. Sie war eine der beliebtesten Fernsehschauspielerinnen des Landes und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, etwa 2018 die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk. Ihre Karriere umfasst rund 130 Film- und TV-Produktionen. Mehr dazu im Video:

Hörbiger kam 1938 in Wien als Tochter des legendären Schauspielerehepaares Paula Wessely und Attila Hörbiger zur Welt. Ihre Kindheit und Jugend waren auch von der Flucht nach Tirol gegen Ende des Zweiten Weltkriegs geprägt. Auf Wunsch der Eltern machte sie zunächst eine Zuckerbäckerlehre, doch 1955 entschied sie sich für die Schauspielkarriere. Auf Drängen ihrer Mutter besuchte sie das Reinhardt-Seminar, das sie allerdings für die Dreharbeiten zum Film "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe", in dem sie Mary Vetsera spielte, abbrach.

Christiane Hörbiger auf einem Archivbild aus dem Jahr 2001 Bild: (APA)

Durchbruch in den 1980er Jahren

Der große Durchbruch stellte sich allerdings erst in den 1980er-Jahren mit der erfolgreichen TV-Serie "Das Erbe der Guldenburgs" ein. Der überragende Erfolg mit der Serie "Julia" öffnete Hörbiger zahlreiche weitere Türen, wie sie anlässlich des Serienendes einmal beschrieb: "Ich bin in der glücklichen Lage, viele Angebote zu erhalten." Und diese nützte sie in den vergangenen Jahren: So war sie etwa mit Nikolas Leytners Justizdrama "Die Geschworene" oder Paul Harathers Thriller "Die Gottesanbeterin" erfolgreich. Auch die Literaturverfilmung "Besuch der alten Dame" brachte ihr viele Lorbeeren ein.

Ihr Bühnendebüt als Recha in Lessings "Nathan der Weise" am Burgtheater im Jahr 1959 verlief zunächst allerdings wenig glanzvoll. Sie erhielt vernichtende Kritiken und wechselte zwei Jahre später an die Städtischen Bühnen in Heidelberg. Über Salzburg, wo sie 1961 als Lottchen in Raimunds "Der Bauer als Millionär" erstmals neben ihrer Mutter auf der Bühne stand, kehrte sie jedoch wieder ans Burgtheater zurück und spielte dort noch einmal die Rolle der Recha, diesmal allerdings mit großem Erfolg.

Christiane Hörbiger: Blitzlichter einer erfolgreichen Karriere

Bildergalerie: Schauspielerin Christiane Hörbiger ist tot

Schauspielerin Christiane Hörbiger ist tot
(Foto: Georg Wendt (dpa)) Bild 1/15
Galerie ansehen

Auf der Bühne und im TV erfolgreich

Dennoch verließ Christiane Hörbiger 1966 erneut ihre Heimatstadt, um dem unentwegten Vergleich mit den Eltern und Geschwistern - auch die beiden Schwestern Maresa Hörbiger und Elisabeth Orth schlugen die Bühnen- und Filmkarriere ein - zu entgehen. Ab 1967 gehörte die Schauspielerin dem Ensemble des Schauspielhauses Zürich an. Hörbigers Rollenrepertoire umfasste neben den Klassikern wie Lessing und Schiller auch moderne Bühnenautoren sowie die großen Repräsentanten der Wiener Theatertradition von Nestroy bis Schnitzler und Hofmannsthal.

Mitte der 1980er-Jahre wagte Christiane Hörbiger mit der Hauptrolle in der Serie "Das Erbe der Guldenburgs" an der Seite von Brigitte Horney, Stewart Granger und Ruth Maria Kubitschek dann den Sprung in die Fernsehunterhaltung. Seither wirkte Hörbiger in zahlreichen österreichischen und deutschen Spielfilmen mit. Glänzende Kritiken erhielt sie für ihre Darstellung der Freya von Hepp in Helmut Dietls preisgekrönter Satire "Schtonk" über die gefälschten Hitler-Tagebücher. Weitere Filmerfolge waren "Tafelspitz", "Lamorte" und "Hunger".

Vielfach ausgezeichnet

Hörbinger war in erster Ehe mit dem Regisseur Wolfgang Glück verheiratet. Ihr zweiter Mann und Vater ihres Sohnes Sascha, der Schweizer Journalist Rolf R. Bigler, starb 1978. Einen neuen Lebensgefährten fand die Schauspielerin im Wiener Regisseur und Autor Gerhard Tötschinger, der im Sommer 2016 verstarb.

Christiane Hörbiger und Gerhard Tötschinger vor Beginn der Premiere von "Jedermann" im Juli 2013 Bild: Franz Neumayr (APA/FRANZ NEUMAYR)

Christiane Hörbiger erhielt zahlreiche Preise, u. a. den Bayerischen Fernsehpreis für ihr Lebenswerk, den Adolf-Grimme-Preis, den Karl-Valentin-Orden und den Ernst-Lubitsch-Preis sowie den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Schauspielerin Serie" für ihre Rolle der "Julia". 2004 wurde sie zur Kammerschauspielerin ernannt, 2009 folgte die Wiener Ehrenmedaille in Gold sowie im selben Jahr die Platin-"Romy" führ ihr Lebenswerk.

Hörbiger war UNICEF-Botschafterin und engagierte sich für die Krebshilfe. 2019 machte sie mit einem Video Schlagzeilen, in dem sie für Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Partei ergriff. In den Jahren davor hatte die Schauspielerin SPÖ-Politiker bei Wahlen unterstützt.

Schauspielerin Christiane Hörbiger ist tot
2019 outete sie sich als glühende Verehrerin von ÖVP-Chef Sebastian Kurz in einem von der ÖVP verbreiteten "Wir für Kurz"-Video. Bild: APA
mehr aus Kultur

"Man muss versuchen, alles loszulassen, die eigene Festplatte zu leeren"

Das sind Europas Kulturhauptstädte

Jürgen Flimm: Er liebte das Spiel und die Menschen

"Kannibalen wollen gar nicht töten"

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

Aktuelle Meldungen