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Kultur

Schauspielerin Brigitte Swoboda gestorben

Von nachrichten.at/apa   24. Juni 2019 16:19 Uhr

Brigitte Swoboda während der Fotoprobe von Johann Nestroys "Unverhofft" im Juli 2014

WIEN. Die Schauspielerin Brigitte Swoboda ist am Montag 76-jährig nach langer schwerer Krankheit im Krankenhaus Kittsee (Burgenland) gestorben.

Brigitte Swoboda war seit dem 17. Lebensjahr Schauspielerin. 1969 engagierte sie Gustav Manker ans Volkstheater, wo sie Mitglied seines legendären Nestroy-Ensembles war. Ganz Österreich kennt sie jedoch vor allem als Hausbesorgerin Elisabeth Koziber aus der TV-Kultserie "Kaisermühlen Blues". Heute, Montag, ist sie in den frühen Morgenstunden 76-jährig in ihrem Haus in Apetlon gestorben.

Swoboda, geboren am 1. Februar 1943 in Wien-Brigittenau, machte zunächst eine Ausbildung als Grafikerin und begann bereits als 17-jährige mit dem Theaterspiel. Am Wiener Ateliertheater spielte sie 1968 die Birgit in Wolfgang Bauers "Magic Afternoon" und wurde dafür mit dem Förderungspreis der Josef-Kainz-Medaille ausgezeichnete. 1969 wurde sie ans Volkstheater engagiert, dessen Ensemble sie bis 2003 angehörte. Sie debütierte in "Change" von Wolfgang Bauer und war danach in unzähligen Rollen zu sehen.

Neben Heinz Petters, Hilde Sochor und Dolores Schmidinger war sie Teil von Mankers Nestroy-Ensemble, und brillierte unter anderem in Nestroys "Das Mädl aus der Vorstadt", "Lumpazivagabundus" und als Bühnenpartnerin von Helmut Qualtinger in "Der Talisman". Ihr überzeugender Einsatz in zahlreichen Nestroy-Stücken brachte ihr 1993/94 den Nestroy-Ring, der an Personen verliehen wird, "die sich um die satirisch-kritische Darstellung Wiens und seiner Bevölkerung verdient gemacht haben". 2014 feierte sie als Haushälterin Schnipps in Nestroys "Unverhofft" ihr Debüt bei den Festspielen Reichenau.

Daneben war sie immer auch in zeitgenössischen Stücken wie Ionescos "Die Nashörner" und Dario Fos "Bezahlt wird nicht" zu sehen. Ihr Debüt als Regisseurin feierte sie in der Saison 1989/90, als sie Ödön von Horváths Emigrationsdrama "Figaro lässt sich scheiden" inszenierte. 2018 stand sie bei einem Überraschungsauftritt im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für Heinz Petters wieder auf der Volkstheater-Bühne.

Um die satirisch-kritische Darstellung machte sich Swoboda aber auch im Fernsehen verdient. Neben der legendären Figur der Frau Koziber im "Kaisermühlen Blues" war sie auch als Frau Wybiral in "Der neue Untermieter" oder in "Die Alpensaga" zu sehen. 1972 spielte sie neben Fritz Muliar in der Serie "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk". Und auf die große Leinwand schaffte es Swoboda auch: 1981 war sie als Frau von Hermann in Franz Antels "Der Bockerer" zu sehen, auch wenn sie in den Credits nicht erwähnt wurde.

Drei Mal wurde Brigitte Swoboda mit dem Karl-Skraup-Preis ausgezeichnet (1970/71, 1976/77 und 1993/94). Als "ein Original, eine Individualistin, wie es am Theater nicht viele gibt", wurde sie von Laudatorin Hilde Sochor gewürdigt, als sie 2004 das "Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien" erhielt. "Ihre Kraft schöpft sie aus ihren wienerischen Wurzeln. Sie repräsentiert diese Stadt wie keine andere."

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