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Kultur

Romantik als beste Medizin

Von Nora Bruckmüller 13. April 2019 00:04 Uhr

Romantik als beste Medizin
Wunderbares Bühnenpaar: Elisabeth Sikora, Yngve Gasoy Romdal

Geglückte Premiere von "Dr. Schiwago" im Stadttheater Gmunden.

"Wahre Liebe verläuft nie reibungslos." Mit diesem Satz hat Shakespeare eine der großen Linien vorgelegt, wie noch größere Gefühlsstürme zu erzählen sind.

Der Meister hätte bestimmt wohlwollend abgenickt, wie Autor Boris Pasternak (1890–1960) in "Dr. Schiwago" die Liebe zwischen dem titelgebenden Arzt/Dichter und der Revolutionärin/Krankenschwester Lara aufbereitet hat. Indem er ihnen immer neue Steine in den Weg legte.

Die Premiere des Musicals zum russischen Liebesstoff von 1957 – mit Omar Sharif 1965 legendär verfilmt – erinnerte am Donnerstag beim Musicalfrühling Gmunden einnehmend an das melodramatische Finden und Verlieren Anfang des 20. Jahrhunderts.

In der Regie von Markus Olzinger begann es heftig, mit einem sinfonischen Paukenschlag – wie erwartet einwandfrei vom Brünner Orchester dargeboten (Dirigat: Caspar Richter). Dramaturgisch wurde die Kindheit von Schiwago und Lara vielleicht etwas zu hastig abgehandelt. Aber nicht lange, und die Reibungen, die das Paar antreiben, wurden zum geschmeidigen Ganzen zwischen gefühlsstarken Gesten und intimeren Momenten. Das Schöne an Lara, verkörpert von Elisabeth Sikora, und Schiwago, dargestellt von Yngve Gasoy Romdal, war, wie ihre Ambivalenz hervorgehoben wurde – er auf dem ersten Blick dem Bürgertum zugeordnet, sie den Arbeitern.

Doch hadern beide herrlich mit Wurzeln und Wünschen. Je stärker das System zerfällt, umso mehr stehen sie zueinander, während sie Krieg, Revolution, Rote und Weiße Armee doch immer wieder trennen. Und die Tatsache, dass sie jeweils verheiratet sind – Schiwago mit Tonia (entzückend: Leah Delos Santos), Lara mit Pascha, den Bruno Grassini stark vom spritzigen Revolutionär zum verhärmten Partisanen wandelt. Olzinger (Bühne) und Ingo Klep (Licht) haben all das in ein kluges Licht- und Schattenspiel übersetzt.

 

Fazit: Ein Musical, das Fans üppiger Gefühle bestimmt beglückt. Flott getanzt, speziell von Sikora und Romdal toll gesungen.

Termine: 21., 22., 25., 26., 28.; 3.-5. 5.; musical-gmunden.com

Artikel von

Nora Bruckmüller

Redakteurin Kultur

Nora Bruckmüller
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