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Kultur

Premiere mit Handbruch: "Mein erster Gedanke war, das wird schon wieder"

Von Helmut Atteneder 15. Januar 2020 00:04 Uhr

Premiere mit Handbruch: "Mein erster Gedanke war, das wird schon wieder"
Sonntag, nach der Premiere in den Kammerspielen: Sofie Pint nimmt erleichtert den Schlussapplaus entgegen.

Sofie Pint ist hart im Nehmen. Das bewies die Schauspielerin am Linzer Landestheater bei der Premiere von "Angstmän" am vergangenen Sonntag in den Kammerspielen.

Freitag, 10. Jänner, Hauptprobe für das Stück "Angstmän" in den Kammerspielen. Sie endet genau 20 Sekunden nachdem sie begonnen hat: Sofie Pint stürmt in ihrer Rolle der Jennifer rund um das Bühnenbild. Bei der zweiten Runde touchiert die 28-jährige Schauspielerin im Dunkeln eine Holzstufe. Ein dumpfer Knall. Stille. Sofie Pint will gleich weitermachen, weil sie die Finger bewegen kann. Und ins Krankenhaus wäre sie wegen der leichten Schmerzen auch nicht gleich gefahren. "Mein erster Gedanke war: Das wird schon wieder. Denn ich wollte diese Premiere unbedingt spielen", denkt Pint an jenen Moment – bereits vor Publikum – zurück, bei dem sie sich die Elle nächst dem Ellenbogen der linken Hand gebrochen hat.

Im Krankenhaus sah man das anders und verpasste der Schauspielerin, die seit vergangener Spielzeit fixes Mitglied des "Jungen Theaters" ist, einen Gips vom Handgelenk bis zur Schulter.

Wie auch immer, Sofie Pint hat sich nach Abklärung von ärztlichen und arbeitsrechtlichen Fragen durchgesetzt. Sie spielte die Hauptprobe zu Ende, meisterte am Samstag die Generalprobe und am Sonntag mit schmerzstillenden Tabletten die vielbejubelte Premiere. Dabei war sie derart in ihrer Rolle verhaftet, dass sie ihrem eingegipsten Arm unmöglich scheinende Bewegungen abringen konnte. Beim nächsten Mal will sie es bei "zwei, drei Stellen" ein wenig anders, schmerzfreier, anlegen. Aber: "Ich spiele eine agile Neunjährige, da konnte ich nicht anders, sonst geht die Rolle nicht auf", sagt die Tochter des ehemaligen Leiters der Kostümabteilung des Linzer Landestheaters, Kurt Pint.

Von ihm hat sie auch ihre Theaterleidenschaft mitbekommen. Schon als Vierjährige war sie faszinierter Zaungast bei Theater- und Opernproben. Pint: "Schauspielerin zu sein, war mein erster und einziger Berufswunsch. Das war immer mein Traum, als ich damals zugeschaut habe, und auf einmal stehe ich selbst auf der Bühne." Ein Traum, der offenbar so stark ist, dass er keine Schmerzen kennt.

Weitere Vorstellungen des Stücks "Angstmän" von Hartmut El Kurdi (ab 8 Jahren): 17., 19., 21. und 30. Jänner, 1. und 29. Februar, 1., 4., 13., 15. und 20. März in den Kammerspielen Linz. Karten: landestheater-linz.at

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Helmut Atteneder

Redakteur Kultur

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