Lade Inhalte...

Kultur

Natur vor der Haustür: "Der Garten lehrt einen, nicht zu perfekt zu sein"

Von Dietlind Hebestreit 23. August 2019 00:04 Uhr

Natur vor der Haustür: "Der Garten lehrt einen, nicht zu perfekt zu sein"

"Ich liebe es, schöne Gärten anzuschauen, aber ich werde nie selbst einen haben." Das prophezeite Elfi Schenkel, als sie mit Karl Ploberger vor vielen Jahren eine Veranstaltung plante. Der Biogärtner meldete seine Zweifel an – und er hatte Recht: Heute nennt Schenkel ein grünes Paradies direkt vor ihrer Haustür ihr Eigen.

Als sie 2007 mit ihrem Partner ihr jetziges Haus bauen ließ, wünschten sich die beiden von Landschaftsarchitekten einen möglichst pflegeleichten Garten, in dem man praktisch nichts tun muss. "Sie schlugen uns Steingärten mit Steinmauern vor", war die Rutzenmooserin mit den Ideen nicht einverstanden. "Ich liebe Blumen. Und wenn ich schon einen Garten habe, dann wollte ich auch Salat anbauen", erinnert sich Schenkel, wie sie sich dann doch für eine pflegeintensivere Variante entschieden.

Zauberhafter Seerosen-Teich

Heute ist der Teich mit Seerosen in Weiß und Rosa das Herzstück der Anlage. Ihn säumen auf der einen Seite blühende Büsche. Auf der anderen Seite hat die reiselustige Oberösterreicherin viele Fundstücke und Mitbringsel von ihren Urlauben liebevoll arrangiert: Steine aus Schottland und Rügen, Muscheln und ein Eisenhase aus Südafrika säumen das Ufer genauso wie die mit Blumen bestückte Krapfenpfanne von Schenkels Mutter. Im Rücken eines Sitzplatzes am Rande des Sees erhebt sich ein kleiner Hügel, über den ein künstliches Bächlein plätschert.

Lavendel, Rosen, Hibiskus, Jasmin, und Echinacea: Blumen blühen überall – ob im Duftbeet neben der Terrasse, auf der Böschung oder entlang des Zauns. "Besonders gerne habe ich Hortensien. Schade, dass die farbigen Sorten bei mir nicht so gut gedeihen, weil der Garten sehr sonnig ist", sagt Schenkel. Dass im Garten nicht immer alles läuft wie geplant, ist eine Erfahrung, die sich auch auf andere Bereiche erstreckt: "Heuer sind die Gurken und die Zucchini nichts geworden. Der Garten lehrt einen, nicht zu perfekt zu sein."

Garten als Vorratskammer

Dass sie vor der Haustür jetzt Beeren, Gemüse und Kräuter ernten kann, erfreut die Vegetarierin: "Kohlrabi- und Rote-Rüben-Blätter, Stangensellerie und Salatreste kommen in den grünen Smoothie. Salbeiblätter in Backteig serviere ich zu einem Glas Prosecco. Und Tomaten hole ich aus dem neuen Tomatenhaus." Für den Tee pflückt Schenkel aus den Hochbeeten Zitronenmelisse, marokkanische Minze und Salbeiblätter.

Allerlei Getier

Dass ein großer Teil der Ribiseln in den Mägen der wohlgenährten Amseln landet, nimmt Schenkel hin. Überhaupt sind Tiere in ihrem grünen Wohnzimmer willkommen: Über dem See kreisen Libellen, unter die Wasseroberfläche duckt sich ein Frosch, Bienen und andere Brummer summen um die Blüten und ein Insektenhotel, Vögel nisten, und Igel kommen erst in der Dämmerung heraus. All das entzückt auch die 16 Monate alte Enkelin von Schenkel, die mit ihrer Oma im Garten gerne auf Entdeckungsreise geht.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Kultur

0  Kommentare expand_more 0  Kommentare expand_less