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Musik

Kopfhörer #94: Tim liebt das Leben wieder

Von Reinhold Gruber  17. Juli 2022 15:55 Uhr

Tim Bendzko versucht musikalisch das Stimmungsbarometer zu heben.

Die Sehnsucht nach dem Früher. Sie gehört irgendwie zum Leben, vor allem, wenn die Zeiten etwas aufwühlender sind. Tim Bendzko beschwört die Zeit nach Corona.

„Da ist etwas in der Luft, weil wir wieder zusammen sind“, heißt es in „Das Leben wieder lieben“, mit dem der deutsche Songwriter ein stimmungsvolles Lied zum Sommer 2022 aufgenommen hat. Die Botschaft ist klar: Wir wollen wieder feiern, zusammen sein und die Welt retten. Letzteres ist für Bendzko demnach trotz aller Veränderungen durch die Corona-Zeit immer noch sein Plan.

Die guten Schwingungen des Ohrwurm-Popsongs nützen sich auch im dauerhaften Replay-Modus nicht ab und im lange herbeigesehnten Party-Modus als Symbol für ein sorgenfreies Miteinander in lauen Sommernächten wird natürlich eine Sehnsucht gestillt - an die Zeit, wie es auch einmal war. Früher, als es anfing, wie Bendzko feststellt. Was der Deutsche nicht wissen konnte: Corona ist nicht weg, dazu kommt ein Krieg, der das Leben teurer macht, was es vielen erschwert, es so zu lieben wie früher. Aber irgendwann wollen wir wieder, dass alles besser unter Freunden wird, wie es in dem Gute-Laune-Lied heißt. Vielleicht oder besser gesagt hoffentlich wird es das bald. Besser im Sinne von friedlich und nicht bedrohlich. Vielleicht kann dann Bendzko noch einmal musikalisch nachlegen.

Das Akkordeon zu poppigem Gitarrensound, dazu eine Melodie, die gefangen nimmt - mit „Eigentlich“ hat die Innviertler Band Fräulein Peter einen Pop-Song am Start, der mit jedem Mal Hören mehr Gehalt hat. Sie will einfach nur zu ihm, aber irgendwo ja doch nicht ganz, weil eigentlich, ja was jetzt? Um diese Fragestellung dreht sich der Song der oberösterreichischen Band, der textlich wie musikalisch im Gedächtnis bleibt. 

Frinc, wie Folkshelfer, also Folkshilfe-Frontmann Florian Ritt seine Solo-Ambitionen nennt, hat seine musikalische Ausdrucksform schon gefunden. Mit seiner neuen Single „Trampel drauf“ bedient er in bestem Peter Fox-Appeal die Partygänger wie Sommer-Genussliebhaber, die zum coolen Vibe die vielen negativen Schlagzeilen für kurze Zeit vergessen machen. Stark.

„Sie“ – die drei Poxrucker Sisters schicken einen Song in den Sommer, rappen, zelebrieren den Ragga-Stil und singen wie gewohnt dreistimmig. Das geht ins Ohr, wenn sie tanzt, singt – „Sie“ ist wahrlich nicht ohne…

Wenzel Beck will nur mehr die „Good News“ hören. Wenn die Welt untergeht, ist es nur mehr wichtig, wenn „du da bist“. Einfache Lines, musikalisch trendig umgesetzt, könnte das ein Lied zur Zeit sein, aber in Wahrheit will Wenzel Beck ja die gute Nachrichten vor allem für sich. „Keine will mich sehen, wenn ich unten bin“ -  das ist auch richtig. 2022 hat sich viel getan, darüber muss ein Songwriter wie Wenzel Beck schreiben. Gut so, auch wenn es nicht immer zum Träumen ist, was heuer so abgeht.

P.S.: Sabrina Carpenter mag die leisen Töne, gefällt sich (auch) in der Rolle der Erzählerin. In „Skinny Dipping“, dem auffälligsten Song ihres aktuellen Albums „Emails I Can‘t Send“ (Island), klingt die Songwriterin und Schauspielerin, als hätte sie bei Taylor Swift gut hingehört. „Skinny Dipping“ sollte in keiner Entspannungs-Urlaubs-Wir-hängen-den-guten-Gefühlen-nach-Playliste fehlen. 

 

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Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber

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