Lade Inhalte...

Musik

Kopfhörer #69: Die Musik als Kraftquelle

Von Reinhold Gruber  14. Dezember 2021 17:25 Uhr

Zwei Songwriter, ein Paar: Christine und Martin Rothe sind Ayensi.

Die Musik ist Ventil für eigene Gedanken und Gefühle, ein Ausdruck der Lebendigkeit. Hinter Tür 14 des musikalischen Adventkalenders erzählen Ayensi ihre Geschichten.

Die gute alte Schule, mit „echten“ Instrumenten und Stimmen, die in der Lage sind Emotionen und Worte zu einer Einheit zu verbinden, sind die Basis der Musik des Duos, hinter dem ein Paar steht, das nicht nur die Liebe zur künstlerischen Ausdrucksform, sondern auch das Leben gemeinsam hat. Christine und Martin Rothe, die Oberösterreicherin und der Kärntner, die im Burgenland leben, teilen Tisch, Bett, Musikalität und den Antrieb, sich in Liedern auszudrücken und Hoffnung zu machen. Der Titel ihres aktuellen Albums „#immermehrliebe“ ist so gesehen Programm.

Die Liebe als Basis allen Lebens, die Kraft, die sich daraus schöpfen lässt, um mit einer Haltung allen Höhen und Tiefen zu begegnen - das mag gerade in Zeiten wie diesen ein wenig kitschig wirken. Es ist aber eine Überzeugung, die sich in der Musik der beiden Songwriter glaubhaft wiederfindet.

Viel Akustik, aber nicht nur

So sind Ayensi selbst in den ruhigsten Momenten (“Wisdom Of The Universe“) so bei sich, können ganz ohne Pathos ihr Herz öffnen und dem anderen klar zu erkennen geben, wie wichtig er bzw. sie ist (“I gspia di“), um dann wieder aus der ruhigen Ecke locker heraus zu tänzeln, um im lebensbejahenden Rhythmus des Reggae die Wichtigkeit des Verzeihens zu thematisieren (“Sorry“).

Musikalisch sind die elf Songs auf der Kraft des Akustischen gebettet, lassen sich aber stilistisch viele Freiheiten. Da verschwimmen die Grenzen von Folk, Pop und Reggae, wird HipHop zum wichtigen Transportmittel von Gedanken, ohne auch nur einen Augenblick lang peinlich zu wirken. Dazu kommt die glasklare, berührende Stimme von Christine Rothe, die sich harmonisch mit der Stimme ihres Mannes vereint, um viele Emotionen zu wecken. 

Wie klug das Songwriting ist, spürt man, je öfter man die Lieder hört. Sie nutzen sich nicht ab, sondern graben sich mehr und mehr im Gedächtnis fest. Und in den Liedern werden Geschichten aus dem Leben der beiden erzählt, die schon ein paar Jahre alt, aber auch wieder neu sind. Sprachlich ohne Angst zwischen Englisch und Dialekt wechselnd, sind sich Ayensi ziemlich klar in ihrer musikalischen Ausdrucksform. Und dass im fast fröhlichen Song zur momentanen Lage der Gesellschaft (das elektronisch verfeinerte „Lockdown“) die ältere der beiden Töchter des Paares zu hören ist, verdeutlicht, dass hier eine musikalische Familie zu Gange ist (ein Album mit Musik für Kinder ist in Vorbereitung).

Wie sagt Martin Rothe im OÖN-Gespräch treffend: „Musik hat mir immer geholfen. Sie ist wie ein Werkzeug, um in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen, mir meiner eigenen Emotionen klar zu werden und somit zum Leben zu kommen.“ Dieses Feuer habe er schon als Kind gespürt - und jetzt lodert es auf voller Flamme. Und da ist es egal, wenn das Leben manchmal eben nicht so tut, wie man es gerne geplant hätte. Dann bleibt auch eine gesungene Liebeserklärung an einen Ort im Lagerfeuer-Gitarren-Modus (“Bradnbrunn“) glaubhaft, weil es echt ist.

Infos: www.ayensi.com

Artikel von

Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber

0  Kommentare 0  Kommentare