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Musik

Kopfhörer #57: Ein Mann, viele Worte

Von Reinhold Gruber  22. August 2021 13:45 Uhr

Ein Autodidakt, der sich im Studio nahe seines Zuhauses seine musikalische Welt bastelt: Josua Palmanshofer alias Bärenheld.

In der Wildnis kann man viel über sich selbst lernen. Josua Palmanshofer kann Lieder davon singen - als Bärenheld.

Vier Jahre ist es her, dass in St. Marien ein junger Mann eine Entscheidung traf. „Wenn ich jetzt nicht bei der Post kündige und hauptberuflich Musik mache, dann gibt es keinen Grund, warum ich nicht ein Kind bekommen und ein Haus bauen sollte“, erinnert sich der Oberösterreicher an den „Jetzt oder nie“-Moment, der die Geburtsstunde von Bärenheld war. 

Die Band war ein Duo und nach wenigen Monaten ein Solo-Projekt, eine One-Man-Show. Der Name blieb.

Mit „Wildnis“ hat der 31-Jährige nun sein Debütalbum veröffentlicht. Im titelgebenden Song ist die Wildnis (natürlich) eine Metapher. „Ich spreche sie wie eine Person an, die mich lange schon begleitet“, sagt der Musiker im OÖN-Gespräch. 

Von Hoffnungen und Träumen

Im Lied „Wildnis“ finden sich die Erfahrungen der vier Jahre im „Spannungsfeld eigener Hoffnungen und Träume“ verpackt. Es geht um die Leidenschaft für das, was man gerne macht, und gleichzeitig um die Realität, in der es dann oft nicht so aussieht, wie man es sich erträumt hatte. „Man muss sich alles erarbeiten. Die Wildnis ist praktisch mein Leben. Ich will es gerne genauso haben, spüre aber, dass es nicht immer leiwand ist.“

Viele dieser Gedanken hat Palmanshofer in den Liedern auf „Wildnis“ ausgebreitet. Er fragt etwa nach dem Preis, den man bereit ist zu zahlen, um das zu erreichen, was man will. Er definiert die Wildnis als unberührten Ort, ohne abenteuerliche Verklärung, in dem man über seine Grenzen, seinen eigenen Horizont geht und Neues entdeckt.

Das Verlassen der Wohlfühl-Zone dient letztlich auch der Erkenntnis, dass alles so passt, wie es ist. Hier ist ein junger Mann am Schreiben, der sehr viel über sich selbst reflektiert und draufkommt, dass man nicht alle Ängste und Befürchtungen, Vorstellungen oder Pläne zu ernst nehmen sollte, weil man sich auch ein wenig vom Leben treiben lassen muss, um dann wieder seine Zweifel zu formulieren, ob das der richtige Weg ist.

Eingebettet sind die bildreich formulierten Gedanken in durch die Bank harmonische Melodien, sieht man einmal vom finalen, sehr introvertierten „Fiachten mehr“ ab. „Ich komme nicht aus meiner Haut heraus und komponiere deshalb nicht absichtlich so. Musik muss für mich einfach stimmig sein.“

Übrigens: In wenigen Wochen wird Palmanshofer Papa. Womöglich wird er in naher Zukunft erkennen, dass in seinem Leben beides geht: Familie und Berufsmusiker.

Aktuelles Album: Bärenheld „Wildnis“ (DIEgital Records)

Artikel von

Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber
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