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Musik

Kopfhörer #55: Ein bisschen Spaß muss sein

Von Reinhold Gruber  27. Juni 2021 14:33 Uhr

Aus drei wird eins: Katrin Paucz, Michael Lechner und Marco Kleebauer sind Sharktank.

Manchmal treffen sich die richtigen Menschen zur richtigen Zeit und daraus entsteht Großes. So geschehen im Fall von Sharktank.

Die Begegnung von Katrin Paucz, Michael „Mile“ Lechner und Marco Kleebauer kann als Glücksfall gelten. Denn was die drei musikalisch als Sharktank zaubern, ist von erfrischender Natürlichkeit und erhaben über jede Belanglosigkeit. Ihre Songs sind einfach von zeitloser Güte.

Spaß zu haben. Keine einfache Angelegenheit in einer Zeit, in der viele düstere Bilder durch die Köpfe geistern und sich manch einer fragt, wo denn das alles noch hinführen soll. Das Trio hat Spaß. Das hört man den 13 Songs ihres fantastischen Debüts „Get It Done“ in vielen Momenten an. Hier wirkt nichts nach Reißbrett oder bis ins letzte Detail getriebener Planung, sondern nach der Leichtigkeit, laufen zu lassen, was laufen will. Vieles hört sich an, als würde es aus der Situation heraus spontan entstehen, so als wäre man Zuhörer einer Session von drei Musikern, die sich permanent die kreativen Bälle zuspielen.

So war es wohl auch am Anfang, als vor einem Jahr Rapper Mile für sein Solo-Projekt im Studio von Produzent Marco Kleebauer Platz nahm. Man verstand sich schnell gut und fand, dass das noch fehlende „Etwas“ in Katrin Paucz, der Sängerin und Gitarristin der von Kleebauer produzierten Band Oehl, zu finden schien. Geplant war nur ein Feature, geworden ist daraus eine neue Band.

Der Umstand, dass die drei in verschiedenen anderen Projekte ihre musikalischen Spuren setzen, macht erklärbar, warum die Songs von Sharktank so gut funktionieren. Weil sie facettenreich sind und vor allem im stimmlichen Ausdruck von Katrin Paucz eine Konstante besitzen, die besonders ist. Wenn sie singt, geht einem irgendwie das Herz auf. Wie gut das im Zusammenspiel mit den Herren funktioniert, ist zum Beispiel im grandiosen „007“ zu hören, wo jeder der drei seine Duftmarken setzt, aber im Gesamtbild des Songs die Einheit zu erkennen ist.

„Eye Song“, „Washed Up“, „For Myself“, "Get It Down" – die Lockerheit von Sharktank ist so ansteckend, dass man schnell im tänzelnden Schritt mitwippt oder mitsummt. Die Melodien fräsen sich ins Unterbewusstsein, um auch Stunden später noch mit einem spontanen Lächeln quittiert zu werden. Dabei sind die Texte, die im Zusammenspiel von Katrin und Michael entstehen, nicht immer so leicht, wie man annehmen könnte. Da geht es schon auch um das Leben mit seinen Realitäten, die einen bitteren Beigeschmack haben. In Beziehungsgeflechten lauern so viele dunkle Ecken, denen man sich nicht entziehen kann, auch wenn man lieber im Licht stehen würde. Und es geht auch um das Zweifeln und den manchmal selbstzerstörerischen Umgang, der so manchen auch nicht ganz unbekannt ist.

„Get It Done“ verbindet Fröhlichkeit und Melancholie, Glücksgefühle und Nachdenklichkeit auf eine Art, über der immer alles hell strahlt. Weil das Leben eben auch Spaß machen kann. So soll es sein. Dank Sharktank versteht man das auch.

Sharktank „Get It Done“ (Ink Music)

Artikel von

Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber
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