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Musik

Kopfhörer #32: Die wunderbare Welt der OSKA

Von Reinhold Gruber  08. Januar 2021 09:10 Uhr

In ihre Musik kann man sich ganz schnell verlieben: OSKA.

Das Elternhaus kann schon sehr entscheidend sein, wohin sich ein junges Leben orientiert. Auch Musik kann prägend sein, wie das Beispiel von OSKA zeigt.

Wer OSKA, der jungen Singer-Songwriterin aus Österreich, auf ihrer neuen EP „Honeymoon Phase“ zuhört, fragt sich, woher dieser leicht melancholische, aber stets positive Ausdruck ihrer Songs herrührt. Die Antwort findet man in der Familie. 

Ihre Mutter liebte irische Folk-Balladen. Damit ist OSKA aufgewachsen und daher rührt auch die Grundstimmung ihrer Songs. Bei aller Melancholie inmitten einer intimen Stimmung stehen da nie die dunklen Wolken im Vordergrund, sondern es blitzt stets das Sonnenlicht durch.

Ja, es geht um das Gefühl, das sich in einem breit macht, wenn sich plötzlich die große Liebe aus seinem Leben verabschiedet („Love You’ve Lost“). Es ist auch kein Anlass für Freudentänze, wenn man sich von allem und jedem missverstanden fühlt („Misunderstood“). Aber in jedem Tiefgang liegt die Basis für den Höhenflug. Wer nie aufstehen musste, kann das Gefühl nicht genießen, wie gut es ist, aufrecht durchs Leben gehen zu können. 

Aufrichtigkeit ist ein zweites Schlüsselwort, das einem beim Hören von OSKA in den Sinn kommt. In der Welt der Blender und Strahler kann man ganz aufrichtig und ganz bei sich seinen Weg gehen und Wirkung erzeugen. Die hochtalentierte Songwriterin verführt dabei mit ihren Geschichten (in „Distant Universe“ erzählt sie von der Begegnung mit einem Außerirdischen) und mit ihrem Gefühl für Melodien, die man nicht mehr aus dem Kopf bringt. Da ist man ganz bei ihr, weil sie ganz bei sich ist. Und ihrer Stimme kann man sich ohnedies nicht entziehen.

Die leichte Schwermut ihrer Songs rühren aber nicht aus einer unendlich nachdenkenden, grübelnden Person. „Keiner ist nur laut oder leise, traurig oder glücklich“, sagt OSKA, die bürgerlich Maria heißt. „Jeder bedient ein ganzes Spektrum an Eigenschaften.“ Und so ist die Geschichtenerzählerin privat eine, die gerne lacht und mit ihrer positiven Art andere in ihrer Umgebung anstecken kann. 

Dass sie in ihrer Musik auch schmerzvolle Erfahrungen verarbeitet, hat damit zu tun, dass sie das immer getan hat. Aufgewachsen in einer hochmusikalischen Familie mit vier Geschwistern in einem Dorf im Waldviertel hat sie schon als Kind eine Passion für die Musik entwickelt, mit der man sich ausdrücken kann. Als 16-Jährige war sie dann auch davon überzeugt, dass Musikerin nicht nur Berufung, sondern auch Beruf sein kann. 

Als Straßenmusikerin lernte sie sogar mehr als auf der Universität, wo sie Pop- und Jazzgesang studierte. Diese gelebte Erfahrung spiegelt sich in einer großen Sicherheit wieder, die man OSKA anhört. Sicher zu sein, indem was man tut, befreit einem davon, so sein zu wollen, wie andere. Oder wie sagt die Songwriterin so treffend: „Ich bin im Internet auf Künstler gestoßen, die einfach ihr Ding durchgezogen haben.“ Das tut sie auch. So darf man sich schon auf das für heuer avisierte gesamte OSKA-Debüt-Album freuen.

Artikel von

Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber
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