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Musik

Kopfhörer #14: Zwischen Wut und Liebe

Von Reinhold Gruber  28. Mai 2020 11:02 Uhr

Die Sleaford Mods haben ihr Archiv durchstöbert und dabei viel Hörenswertes gefunden.

Die Stimmungslage macht die Musik. Manchmal muss es rocken, manchmal darf es zu Herzen gehen. Da ist dann der Weg von den Sleaford Mods zu Duncan Lawrence nur stilistisch weit. Aktuelle Alben in aller Kürze.

Sleaford Mods „All That Glue“ (Rough Trade)

Jason Williamson und Andrew Robert Lindsay Fearn halten mit ihrer Meinung über die Herrschenden, die britische Gesellschaft und all die Vorgänge, die sie für fragwürdig erachten (samt handelnden Personen) nicht hinter dem Berg. So ist die Musik der Sleaford Mods seit jeher von wütender Direktheit. Für „All That Glue“ haben die beiden das Archiv durchstöbert, 22 Songs aus den vergangenen sieben Jahren zu Tage gefördert und langjährige Favoriten, B-Seiten, Unveröffentlichtes und Raritäten aneinandergereiht. Ein mitreißendes Gemisch zum Dampfablassen, aber auch zum Zuhören wie „McFlurry“, „Jolly Fucker“, „Tarantula Deadly Cargo“ oder „Slow One’s Bothered“.

Noah Levi „Zwischen den Zeilen EP“ (Jive)

„Keiner kann uns stoppen, wenn wir tun, was wir lieben.“ Was Noah Levi in „Cali“ ausspricht, mag im Kern richtig sein. Aber: Man kann sich stoppen mit dem geliebten Tun, wenn sich das musikalisch zieht wie ein gut durchgekauter Kaugummi und die beseelte Souligkeit in der gefühlt ewig gleichen Tonart daherkommt. Tausendmal gehört, tausend und ein Mal ist nicht viel passiert.

Duncan Laurence „World On Fire EP (Universal)

Jetzt wäre wieder die Zeit, wo man an einem lauschigen Tag (oder Abend) im Grünen oder am Wasser sitzt, in die Ferne schaut und dabei seine Gedanken über das Leben an und für sich und das eigene im Besonderen schweifen lässt. In solchen Momenten kann die passende Musik die Stimmungslage noch massiv verstärken. Musik für diese Gelegenheit hat Duncan Lawrence, der niederländische Songcontest-Gewinner von 2019 dabei. „Beautiful“ etwa. Da wird die Seele massiert, entspannt man beim Zuhören und kommt zur Ruhe. Oder „Someone Else“. Ein zweiter feiner Song voll Gefühl, der die EP des Songwriters hörenswert macht. Und wenn es nur als ideale Begleitung für eine Viertelstunde am Wasser ist …

Ben Platt „Sing To Me Instead“ (Deluxe Edition) (Atlantic)

Mit einer ruhigen Seite lässt es sich auch beeindrucken. Ben Platt ist als Songwriter kein Marktschreier, sondern Freund der leisen, der intensiven Töne. Sich auf ihn einzulassen, bedeutet, zuzuhören und das Tempo in sich aufzunehmen, um damit ein Stück weit selbst zur Ruhe zu kommen. Was manchen zu fad sein mag, ist ideale Musik zur Zeit, wo manches ein wenig langsamer gehen muss und wir vor Augen geführt bekommen, dass die Schnelligkeit nicht immer schnell ans Ziel führt.

Im Fall von Ben Platt ergibt das schöne Lieder wie „Temporary Love“ und schöne Gedanken, wie jenen, dass man auch langsam gut wachsen kann („Grow As We Go“). Und mit „Rain“ am Ende zeigt Platt, dass ihm auch etwas mehr Tempo gut steht. Insgesamt gilt aber: Entspannende Musik für entspannende Stunden.

Artikel von

Reinhold Gruber

Lokalredakteur Linz

Reinhold Gruber
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