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Kultur

"Manchmal kotzt mich diese digitale Welt einfach so an"

Von Lukas Luger 20. April 2019

"Manchmal kotzt mich diese digitale Welt einfach so an"
Im Herbst veröffentlicht Parov Stelar den Nachfolger seines "The Burning Spider"-Hitalbums.

Neue Sängerin, ein neues Album in Arbeit, dazu eine neu konzipierte Liveshow, die ihn im Sommer auch wieder nach Oberösterreich führen wird: Marcus Füreder (44) alias Parov Stelar hat einiges zu erzählen im großen OÖN-Interview.

Bis Mitte Juni stehen vorerst keine Konzerte mit der Parov Stelar Band auf dem Plan. Fad wird Ihnen aber deshalb nicht, oder?

Parov Stelar: Sicher nicht! Wir sind im Moment heftigst am Proben für die Liveshows. Seit zweieinhalb Jahren arbeite ich außerdem am neuen Parov-Stelar-Album. Aber so wie bei jedem Album zuvor habe ich vor circa einem halben Jahr alles in die Tonne getreten – und komplett neu angefangen. Viel Studioarbeit, viele Sänger eingeladen, sehr viele Experimente – ich wollte mir für die neue Platte, die im Herbst erscheint, bewusst Zeit lassen. Neue Wege gehen, und doch das Alte einbinden. Es war ein Findungsprozess, für den ich mir bewusst Zeit genommen habe.

Der ausschlaggebende Grund?

Ich habe einfach gespürt, dass ich diese Pausen brauche, um auf ein neues Level zu kommen. Auch hat sich unsere langjährige Sängerin Daniela (siehe Artikel rechts, Anm.) entschlossen, ein "normales" Leben zu beschreiten. Das war für uns ein Schock. Aber in jeder Krise steckt eine Chance. Seit einigen Tagen ist mit Elena eine neue Sängerin an Bord, mit der wir intensiv arbeiten. Wobei, die ist so gut, dass ich mich frage, wofür wir eigentlich proben (lacht). Elena ist ein echtes Himmelsgeschenk!

Wie wirkt sich dieser Personalwechsel auf die Liveshows aus?

Im Zuge dessen kommen viele neue Tracks in die Liveshows, auch die visuelle Gestaltung wird neu. Für mich ist das fast ein Comeback. Da kann mich nicht einmal gemütlich drüberstreichen, da muss schon ein total neuer Lack her. Darum geben wir Vollgas!

Vollgas ist auch das Motto Ihrer aktuellen Single "Gringo". Ist diese schon ein Fingerzeig für das im Herbst erscheinende Album?

"Gringo" ist ein Irrlicht, eine Nebelkerze. Es geht definitv nicht nur in diese Richtung. Die Nummer war primär ein Lebenszeichen, vor allem in Richtung der Liveshows. Dieses Urgefühl von Parov Stelar, diese Kraft ist es, die "Gringo" verkörpert. Es ist ja fast ein Schlachtruf, mit diesen starken Bläsersätzen! So etwas findet sich sicher auf dem Album, aber eben neben ganz neuen musikalischen Wegen.

Welche Wege werden das sein?

Ich bring’s in keine Schublade rein, sorry. Es wird sicher elektronischer, vielleicht gesangslastiger. Eine wilde Mischung! Für mich persönlich ist es eine Rückkehr zu den Wurzeln. Zu Beginn waren die Parov-Stelar-Singles stets sehr tanzlastig, sehr "four to the floor". Die Alben dagegen waren eine andere Spielwiese. Die neue Scheibe ist eine Fortführung von "Coco", "The Princess" oder auch von "Shine". Es ist aber keine Neuauflage, sondern eine Adaption. Diese Gefühl der Freiheit, das ich damals hatte, ist derzeit wieder extrem stark in mir.

Sie haben einmal den schönen Satz "Earth without art is just EH" gesagt. Für das "Gringo"-Video haben Sie 1600 Zeichnungen von Hand angefertigt. Ein Statement?

Ja. Manchmal kotzt mich diese digitale Welt einfach so an! Alles ist schnelllebig, die Musik wird zur Ware. Diese digitale Welt hätte eine Seele, diese wird aber oft beschnitten. Jeder Künstler bringt ja seine Seele in sein Werk ein. Dann beginnen aber Parameter zu wirken: Druck, Stress, keine Zeit, um Dinge wachsen zu lassen, Songs finden nur mehr in Playlisten statt. Dem wollte ich etwas Organisches entgegenhalten. Für das Album werde ich die bildende Kunst, die ja stets Teil von mir war, wieder vermehrt in den Fokus stellen. Mein Ziel ist es, dass jeder Song sein eigenes Ölgemälde bekommt.

Auf Facebook haben sie die Fans aufgefordert, ihr Lieblingsalbum zu posten. Welche Platte würden Sie auf die Insel mitnehmen?

Gute Frage, schwere Frage. Radioheads "OK Computer" ist eine sensationelles Platte, "Surrender" von den Chemical Brothers ebenso, und auch das Debüt-Album von Daft Punk wird fix eingepackt.

 

Das Elwood-Festival

Am 3. Juli gastiert Parov Stelar als Headliner bei der ersten Ausgabe des von den OÖNachrichten präsentierten "Elwood"-Festivals in Ort im Innkreis. Als hochkarätige Support-Acts mit dabei sind Hot Pants Road Club, unsere Song-Contest-Starterin Paenda, dazu noch Alma und Q feat. Eric Papilaya.

Karten gibt es bei der OÖN-Tickethotline unter 0732 / 7805 - 805 sowie in den Verkaufsstellen in Linz, Wels und Ried.

www.elwoodfestival.com

 

Die Neue bringt "Feuer und Freshness" mit
Elena Karafizi ist die neue Parov-Sängerin.

Elena Karafizi ist die neue Parov-Sängerin. (Bild: privat)

Die Neue bringt "Feuer und Freshness" mit

Nach acht Jahren verlässt Sängerin Daniela Hrenek alias Cleo Panther die Parov Stelar Band. "Ich habe entschieden, es ist Zeit für ein neues Kapitel in meinem Leben", so die Wienerin in einem Statement auf ihrer Facebook-Seite. Es sei unmöglich, all die "wunderschönen Shows und Momente" zu vergessen. Sie wünsche der Band und besonders Elena nur das Beste, so die in London Lebende.

Mit Elena ist Elena Karafizi gemeint, ihre Nachfolgerin am Mikrophon. Die junge Moldawierin, die unter anderem bereits der Band "Golan" ihre Stimme lieh, setzte sich in einem Casting gegen Dutzende Mitbewerberinnen durch und wird die Band bereits auf der anstehenden Tournee begleiten. Diese startet am 14. Juni in der Schweiz. Ihr Österreich-Debüt feiert die Halbitalienerin am 3. Juli beim "Elwood"-Festival in Ort im Innkreis.

"Sofort überzeugt"

"Das Niveau bei den Auditions war extrem hoch, Elena hat mich aber sofort überzeugt", sagt Marcus Füreder alias Parov Stelar im OÖN-Gespräch. Warum? "In unserem Business geht es viel um unsichtbare Schwingungen. Elena ist auf die Bühne gegangen und hat sofort eine unheimliche Präsenz an den Tag gelegt. Dieses Feuer, die Freshness, die diese Frau mitbringt, hat sofort auf alle anderen in der Band abgefärbt", so der 44-Jährige. (ll)

Artikel von

Lukas Luger

Redakteur Kultur

Lukas Luger
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