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Kino

"Goldene Palme" für Asien, große Erfolge für Österreich

Von Nora Bruckmüller 27. Mai 2019 00:04 Uhr

"Goldene Palme" für Asien, große Erfolge für Österreich
Valerie Pachner aus Bad Schallerbach und August Diehl geben das Ehepaar Jägerstätter in "A Hidden Life", geehrt von der ökumenischen Jury.

Der Koreaner Bong Joon-ho ist Cannes' großer Sieger, die Wienerin Jessica Hausner führte ihre Hauptdarstellerin zum Schauspiel-Preis

Das 72. Filmfestival in Cannes, das in der Nacht auf Sonntag endete, war lange eines großer Namen – aus dem Weltkino wie dem internationalen Autorenfilm. So feierte Kultregisseur Quentin Tarantino mit "Once Upon A Time In Hollywood" Weltpremiere. Das neue Werk von Europas wohl sozialkritischstem Independent-König debütierte, das des Briten Ken Loach ("Sorry We Missed You"), und jenes von Spaniens Arthaus-Könner Pedro Almodóvar ("Pain & Glory").

Viel an Aufmerksamkeit wurde "kleiner" geltenden Wettbewerbs-Werken abgegraben. Doch das machte man bei der Preis-Gala Samstagnacht wett.

Die Jury, geleitet vom kritischen Mexikaner und Oscar-Gewinner Alejandro Iñárritu ("The Revenant", "Birdman"), verlieh "Parasite" von Bong Joon-ho den Hauptpreis, die "Goldenen Palme". Allen, die sich nun fragen: "Bong Joon-wer?", sei gesagt: Das ist typisch Cannes, fast Cannes 2018. Damals holte ebenso ein abseits der Branche kaum bekannter Asiate den renommiertesten Preis für Kino als Kunstform mit Sozialkritischem: der Japaner Kore-eda Hirokazu mit "Shoplifters", einem Drama über eine Familie am Rand. Im Film "Parasite" des Südkoreaners Bong Joon-ho vereint sich familiäre Tragikomödie mit Kapitalismuskritik. So blieb sich das Fest in seiner sozialkritischen Öffnung zum "Osten" wie der Förderung dessen intellektuellen Kinos treu.

"Goldene Palme" für Asien, große Erfolge für Österreich
Bong Joon-ho mit Goldener Palme

Obwohl keines der beiden für Österreich relevanten Wettbewerbs-Werke als echter Favorit galt, feierten sie nicht zu unterschätzende Erfolge. Die Wiener Regisseurin Jessica Hausner (44) führte Emily Beecham (35), Hauptdarstellerin ihres Science-Fiction-Werkes "Little Joe", zum Preis für die beste Schauspielerin. Eine fulminante Rückkehr nach Cannes, wo Hausner 2013 ihren Heinrich-Kleist-Film "Amour Fou" außer Konkurrenz zeigen konnte.

"Goldene Palme" für Asien, große Erfolge für Österreich
Jessica Hausner, Hauptdarstellerin Emily Beecham

Eine schöne Würdigung erfuhr auch der Film über den Innviertler NS-Widerständler Franz Jägerstätter von Starregisseur Terrence Malick: "A Hidden Life" gewann den Preis der ökumenischen Jury, die die universelle Würdigung von Integrität und Haltung lobte.

 

Von Cannes ins Kino

Filme, die in Cannes von sich reden machten, und ihre (geplanten) Österreich-Starts:

The Dead Don’t Die: Zombiesatire von Jim Jarmusch: 13. 6.

Pain & Glory: Antonio Banderas, Penelope Cruz ab 26. 7.

Once Upon A Time in Hollywood: Film Nr. 9 von Quentin Tarantino (l.) startet am 15. 8.

Little Joe: Sci-Fi-Film von Jessica Hausner, Winter 2019/2020

Artikel von

Nora Bruckmüller

Redakteurin Kultur

Nora Bruckmüller
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