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OÖN-Filmkritik

„The King of Staten Island“: Ein Nesthockerim Dauer-High

03. August 2020 00:05 Uhr

P. Davidson, König der Vorstadt

Er kifft. Er lebt mit 24 Jahren noch immer bei seiner Mutter (Marisa Tomei). Und er verfolgt seinen Traum, Tätowierer zu werden, mit dem Elan Betrunkener, wenn sie des nächtens beschließen, selbst ein Beisl zu eröffnen – eher keinem.

Scott Carlin, Protagonist von „The King of Staten Island“, dem neuen Kinofim von US-Regiestar Judd Apatow, ist ein Nesthocker.

Aber nicht einer, wie man ihn aus lebendigen Italo-Filmen kennt. Vielleicht noch etwas so, wie ihn Apatow in „Beim ersten Mal“ (2007) mit Seth Rogan gezeichnet hat – ein verschrobener Außenseiter der Postadoleszenz im Dauer-High. Kurz davor, unterzugehen.

Doch anders als die blödelnde Kiffer/Romantik-Komödie mit Rogan ist „The King of Staten Island“ von einer nach bitterer Realität schmeckenden Wucht getragen.

Schrullige Strahlkraft vs. Trauma

Hauptdarsteller Davidson – in den USA bekannter Komiker und „Saturday Night Live“-Star – legte sein eigenes Leid der Handlung zugrunde. Als Kind verlor er seinen Vater.

Der Feuerwehrmann starb 2000 im World Trade Center. Auch Scott hat seinen Vater, einen Feuerwehrmann, durch 9/11 verloren. Seitdem scheint es, als würde er feststecken. Doch seine Tragödie des Erwachsenwerdens, erschüttert von der neuen Liebe seiner Mutter, vereint sich mit einer schön-schrägen Komödie, befeuert von furios lakonischen wie ironischen Dialogen. So wird dieser Film neben all der schrulligen Strahlkraft zum berührenden Gedenken. (nb)

King of Staten Island: USA 2020, 136 Min., jetzt im Kino

Der Trailer zum Film

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