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OÖN-Filmkritik

Sicher ist hier nicht einmal der Tod

04. Juli 2020 00:04 Uhr

Sicher ist hier nicht einmal der Tod
Nikolaj Coster-Waldau

Es ist ein Film, den Kenner düsterer Werke aus Europas Norden nicht gleich abschreiben dürfen, der in den Programmkinos Wels und Moviemento Linz neu läuft: "Suicide Tourist"

Der Film mit Nikolaj Coster-Waldau, ein Star der Serie "Game Of Thrones", wirkt anfangs, als hätte man dafür eine alte Anleitung für Psychothriller über Sterbehilfe und Selbstbestimmung ausgegraben.

Anfangs träge, dann fesselnd

Coster-Waldau, dank eines Schnauzers zum 80er-Jahre-Look degradiert, blickt in die Kamera. Er nimmt als Max ein Video auf, in dem er versichert, in einer darauf spezialisierten Einrichtung, dem Hotel Aurora, sein Leben freiwillig zu beenden. Alles ist schwarz oder beige, Max ist schwer vom Leben geprügelt. Eine träge Sache. Noch dazu die ewige Geschichte vom Schmerzensmann, die schon so oft erzählt worden ist. Aber dann?

Schneller, als man meint, versinkt man mit Max in einer von Regisseur Jonas Alexander Arnby und Autor Rasmus Birch – wie ihr Hauptdarsteller aus Dänemark – fein aufgefächerten Geschichte.

Sie beantwortet zwar zentrale Fragen: Wieso ist Max überhaupt hier? Wer ist dieser Mann? Aber nie so eindeutig, dass man absolute Sicherheit hat. Sie fehlt, so wie dem sehr guten Coster-Waldau als Max in der Frage, ob er seine letzte Reise noch abbrechen könnte. Es entsteht ein Film zwischen Traum und Realität über Vorläufigkeit und bittere Unsicherheit der Existenz, der gekonnt unter die Haut geht – in Pandemie-Zeiten umso mehr. (nb)

"Suicide Tourist": DK/DE/FR/SE/NO 2019, 90 Min.,

OÖN Bewertung:

Der Trailer zum Film:

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