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OÖN-Filmkritik

"Es: Kapitel 2": Die Rückkehr des kinderfressenden Horrorclowns

Von Lukas Luger 07. September 2019 00:04 Uhr

"Es: Kapitel 2": Die Rückkehr des kinderfressenden Horrorclowns
Bill Skarsgård brilliert wieder als furchterregender Clown Pennywise.

Der zweite Teil der Stephen-King-Verfilmung über den mörderischen Harlekin Pennywise ist hoffnungslos überfrachtet und überlang.

Manchmal ist das Vergessen ein wahrer Segen. So auch für die traumatisierten Kinder des "Klubs der Verlierer". Entfremdet von ihrer Heimatstadt Derry, sind die Erinnerungen an die blutigen Untaten des geschminkten Kinderfressers Pennywise beinahe verblasst. Doch dann kehrt das Grauen zurück. Und der Hass. Und die Alpträume. 27 Jahre nach ihrem vermeintlichen Triumph über das ultimative Böse "Es" muss die mittlerweile erwachsene Außenseiterbande (darunter: James McAvoy als Bill, Jessica Chastain als Beth und Bill Hader, der als Richie eine grandiose Leistung abliefert) im zweiten Teil der Stephen-King-Verfilmung zur finalen Konfrontation antreten.

Wie in Teil eins, der mit einem globalen Einspielergebnis von 700 Millionen Dollar zum erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten avancierte, inszeniert Regisseur Andy Muschietti auch dieses Mal die Geschichte von Stephen King, der einen kurzen Gastauftritt hat, als opulenten Hochglanzhorror. Der wohlige Retro-Flair und psychologisch angehauchte Grusel des Vorgängers weichen aber vermehrt plakativen Splatter-Einlagen, die weniger die Nackenhaare zu Standing Ovations bitten, als unfreiwillig die Lachmuskeln strapazieren. Wenn eine riesige Holzfäller-Statue plötzlich Amok läuft oder eine nackerte Großmutter zur Meuchelei ansetzt, wird’s schwer, ernst zu bleiben.

Gemarterte Gesäßmuskeln

Die privaten Tragödien sämtlicher Hauptcharaktere, eine verzichtbare Nebenhandlung um einen homophoben Insassen einer Irrenanstalt, lange Rückblenden zum ersten Teil, eine skurrile indianische Mythologie, die die außerirdische Herkunft von "Es" enthüllt, dazu eine Liebesgeschichte – kein Wunder, dass "Es: Kapitel 2" mit einer die Gesäßmuskeln heftig marternden Laufzeit von fast drei Stunden hoffnungslos überfrachtet wirkt.

An Bill Skarsgård in der Titelrolle liegt es aber nicht, dass der Film den hohen Erwartungen nicht gerecht wird. Der Schwede ist wieder eine Mordswucht als Mordsclown: verschlagen, kindisch, und herrlich ausg’steckt, ohne aber ins Lächerliche abzudriften. Retten kann er "Es: Kapitel 2" aber nur bedingt.

"Es: Kapitel 2": (USA/CDN 2019, 169 Minuten), Regie: Andy Muschietti

OÖN Bewertung:

Der Trailer zum Film:

Artikel von

Lukas Luger

Redakteur Kultur

Lukas Luger
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