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OÖN-Filmkritik

"Midway": Die Schlacht um Midway als Spektakel mit viel Pathos

09. November 2019 00:04 Uhr

Die Schlacht um Midway als Spektakel mit viel Pathos
Nick Jonas als Kampfpilot

Hollywood-Regisseur Roland Emmerich setzt den Kämpfern des Pazifikkrieges ein filmisches Denkmal.

Regisseur Roland Emmerich hat sich mit Actionfilmen wie "Independence Day" und "White House Down" einen Namen im internationalen Filmgeschäft gemacht.

Nun läuft die neue Produktion des 63-Jährigen, die gut 100 Millionen Dollar gekostet, hat im Kino: "Midway – Für die Freiheit" erzählt von der berühmten, die Kriegsgeschichte ändernden Seeschlacht im Zweiten Weltkrieg. Als Zuseher fühlt man sich wie in einem Videospiel. Die Bilder nehmen einen mit in einen Kampfflieger, der sich durch die Luft schraubt und Flugzeugträger bombardiert. Gedreht wurde an wenigen Originalschauplätzen, vieles entstand am Computer. Ein halbes Jahr nach dem Angriff der Japaner auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii kommt es im Juni 1942 zur wichtigen Seeschlacht: Japan und die USA kämpfen um die Midway-Inseln. Dass Japan trotz besserer Ausstattung eine Niederlage einsteckt, gilt als Wendepunkt im Pazifikkrieg. Woody Harrelson ("Three Billboards Outside Ebbing, Missouri") und Dennis Quaid ("The Day After Tomorrow") geben dabei hart gesottene Navy-Admirale.

Patrick Wilson ("Aquaman") spielt einen Geheimdienstler, der die verschlüsselte Kommunikation knacken soll. Zum Ensemble gesellen sich auch viele hübsche junge Männer – und eine sehr gut frisierte Mandy Moore ("This is Us").

Emmerich zeigt wie erwartet gewaltige Bilder, die nicht ohne Pathos auskommen. Piloten schlagen sich nach gelungenen Manövern auf die Schultern. Moore wartet perfekt geschminkt auf ihren Ehemann. Und japanische Kommandanten gehen freiwillig mit ihrem Schiff unter. Das wirkt an sich nicht besonders neu. Trotzdem verdeutlicht der Film die Brutalität des Kriegs. Der Film führt in U-Boote und Geheimdienstzentralen, in Lazarette und Jets. Wenn sich Piloten anspornen, mit riskanten Flügen in die Geschichte einzugehen, kommt gar viel Heldenepos zu tragen. Vielleicht zeigt der Film aber auch genau dann, wie verquer Motivation funktionierte.

Dass Emmerich nicht nur fiktive Katastrophenfilme interessieren, zeigte er mehrfach. Mit "Stonewall" (2015) verfilmte er die Geschichte der Schwulenbewegung, in "Anonymus" (2011) beschäftigt er sich mit der Identität von Shakespeare.

"Midway" wollte der gebürtige Stuttgarter schon vor einigen Jahren drehen. Sein Ziel war es, den Menschen darin ein Denkmal zu setzen, die für Freiheit gekämpft haben. Wenn vielleicht etwas viel Denkmal herausgekommen ist, der Film funktioniert dennoch. (jk)

"Midway": USA/CHN 2019, 138 Min., Regie: Roland Emmerich

OÖN Bewertung:

 

Der Trailer zum Film:

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