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OÖN-Filmkritik

Benzinbrüder im flotten Bubenspiel

Von Nora Bruckmüller 03. August 2019 00:04 Uhr

Jason Statham und Dwayne Johnson

Dwayne Johnson und Jason Statham schlagen und vertragen sich mit viel Schmäh im Kino.

Der Schlag Richtung Weltpolitik ist im Kinofilm "Hobbs & Shaw" nicht zu übersehen. Gerade noch heißt es, die beiden Agenten für grobe Fälle sollten ihre Rivalität zurückstellen, schließlich sei es jetzt ihr Job, die Welt zu retten.

Da zetteln der Amerikaner Hobbs, Hollywood-Star Dawyne Johnson, und Shaw, der englische Actionheld Jashon Statham ("The Transporter"), auch schon einen wortreichen Kleinkrieg an.

Obwohl man sich US- Präsident Donald Trump und Briten-Premier Boris Johnson trotz anderer Physis so vorstellen kann, sie könnten nie so gut – weil ja gewollt – blöd wie die Testosteronbrüder daherreden, dass es schon wieder witzig ist. "Ich bin mit dem Job schon fertig, bevor du überall dein Babyöl aufgetragen hast", sagt Shaw zu Bodybuilder Hobbs. Der kontert, er hasse dessen "nasale, vorpubertäre Harry-Potter-Stimme". Wegen solcher Szenen ist "Hobbs & Shaw" ein Spaß – angestoßen vom Zusammentreffen der Actionstars in "The Fate of the Furious" (2017).

Ihnen ist nichts davon heilig, was im Haudrauf-Genre bis heute oft noch eine fast sakrale Aura umgibt. Überraschend intelligent greift diese Strategie beim sonst "toternsten" Auslöser des Jobs. Denn wie Hunde müssen sogar moderne Helden immer noch nach etwas jagen. In "Hobbs & Shaw" meint man, es könnte das Virus sein, das die Einzelgänger zum Duo verdammt. Oder der böse Bote jener Geheimfirma, die den Erreger erzeugt hat: Idris Elba, der sich würdig vor "Terminator" verbeugt und erneut als erster schwarzer Bond empfiehlt.

Doch das Schicksal der (Macho-)Welt steht und fällt in herrlicher Ironie mit einer Frau: Shaws Schwester. Sie hat sich das Virus in Kapseln injiziert, um das Schlimmste zu verhindern. Ein schutzbedürftiges Pupperl in diesem rasanten Katz-und-Maus-Spiel ist die von Vanessa Kirby ("Mission: Impossible") verkörperte Agentin aber keines.

Für "Alpha-Tier-Gehabe" hat sie keine Zeit, so führt sie die Männer durch eine harte Mission mit pfiffigen Stunts und weniger Brummbrumm. Bis dahin ist Regisseur David Leitch und Autor Chris Morgan ein Film gelungen, der smarter ist als viele "Fast & Furious"-Streifen. Nur ihr Gespür für ein ideales Endspiel hat versagt. Es fühlt sich zu früh nach Finale an. Danach läuft sich der sonst gute Ton der Coolness fast tot.

"Hobbs & Shaw": USA/GB, 2019, 134

OÖN Bewertung:

 


3 Fragen an Jason Statham

Der 47-Jährige Engländer ist das vierte Mal in "Fast & Furious" als Deckard Shaw zu sehen.

Ihr Charakter Deckard Shaw war böse, jetzt gehört er zu den Guten. Was halten Sie von der Wandlung?

Ich glaube, Shaw wird oft missverstanden. Er hält sich zwar nicht an Recht und Gesetz. Aber er war nie ein egomanischer Verbrecher. Er hat Moral. Je mehr man über ihn weiß, desto mehr mag man ihn.
Sie sind vor zwei Jahren Vater geworden. Inwiefern hat Sie die

Geburt Ihres Sohnes verändert?

Du wirst dadurch ganz emotional und mit Sicherheit auch weicher – eine radikale Veränderung.

Wie hat sich Ihre Arbeit für Actionszenen im Lauf der Jahre verändert?

Ich muss meinen Körper besser instand halten. Er ist mittlerweile wie ein altes Auto. Ich habe kaum Pausen zwischen den Drehs. Deshalb gehe ich regelmäßig zum Physiotherapeuten. 
 

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Nora Bruckmüller

Redakteurin Kultur

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