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OÖN-Filmkritik

"Apocalypse Now - Final Cut": Die ultimative Fassung eines der besten Filme aller Zeiten

Von Lukas Luger 20. Juli 2019 00:04 Uhr

Die ultimative Fassung eines der besten Filme aller Zeiten
Martin Sheen taucht als Captain Willard in unbekannte Gewässer ein.

Francis Ford Coppola bringt "Apocalypse Now" in einer neu geschnittenen und technisch stark verbesserten Version wieder ins Kino.

Mitten im Dschungel erlitt Hauptdarsteller Martin Sheen einen fast tödlichen Herzinfarkt, Taifun "Olga" zerstörte die Kulissen, der als durchtrainierter Elitesoldat gecastete Marlon Brando erschien so übergewichtig wie unvorbereitet am Set, das ursprünglich im Drehbuch stehende Ende war eine totale Katastrophe – die Genese von "Apocalypse Now" war so schräg, schwierig und surreal wie das cineastische Endergebnis genial. Zum 40-Jahr-Jubiläum hat Regisseur Francis Ford Coppola jetzt unter dem Titel "Apocalypse Now – Final Cut" eine neue Fassung seines 1979 mit zwei Oscars prämierten Vietnam-Meisterwerks geschaffen.

Dafür wurden mehr als 300.000 Einzelbilder der Original-Negative bereinigt, die Audiospur komplett neu bearbeitet. Das Ergebnis der fast einjährigen Restaurierung: absolut grandios! "Die Zuschauer werden diesen Film auf eine Weise sehen, hören und fühlen können, von der ich immer geträumt habe – und das vom ersten Knall bis zum letzten Seufzer", versprach Coppola. Er hat Wort gehalten. Die Kriegshölle Vietnams wirkt so realistisch und beklemmend wie nie zuvor, der mächtig dröhnende Dolby-Surround-Sound bringt das Grauen des Kampfes erschreckend nahe an Ohr und Herz. Insbesondere der ikonische, mit Wagners "Walkürenritt" unterlegte Helikopter-Angriff ist in der Neufassung ein akustischer und optischer Hochgenuss.

Auch der Schnitt ist neu

Doch nicht nur technisch hat Coppola sein epochales Kriegsdrama aufgemotzt, auch die Schnittfassung ist eine andere. 183 Minuten lang ist sein neuer "Final Cut", der damit zwischen der Originallänge von 153 Minuten und der 2001 erschienenen "Redux"-Version mit 202 Minuten rangiert. Der 80-jährige Meisterregisseur konzentriert sich in dieser dritten Fassung wieder verstärkt auf die Essenz der Geschichte: die der Buchvorlage "Herz der Finsternis" entlehnte Flussfahrt von Captain Willard (Sheen), der den abtrünnigen Colonel Kurz (Brando), der als charismatischer Sektenguru Massaker verübt, finden und liquidieren soll. Vom in "Redux" vorherrschenden "Mehr ist mehr"-Prinzip hat sich Coppola verabschiedet: So wurden die Passagen mit den französischen Plantagenbesitzern stark gekürzt, die Szene mit den mit dem Hubschrauber abgestürzten "Playboy"-Bunnys komplett gestrichen. Wem die Originalfassung zu stark auf Aktion getrimmt, die 2001er-Version aber doch zu viel des Guten war, kann jetzt mit "Final Cut" die ultimative Fassung eines der erschütterndsten und eindrucksvollsten Filme aller Zeiten genießen.

Kino: "Apocalypse Now - Final Cut" (USA 1979, 183 Minuten), Regie: Francis Ford Coppola

OÖN Bewertung:

 

Der Trailer zum Film:

Artikel von

Lukas Luger

Redakteur Kultur

Lukas Luger
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