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OÖN-Filmkritik

"Harri Pinter Drecksau": Der Mensch im Macho

02. Dezember 2017

Der Mensch im Macho
Jürgen Maurer als Harri Pinter, der in den 80er-Jahren stecken geblieben ist.

Harri Pinter, Drecksau: Jürgen Maurer spielt einen Sportler, der in den besten Jahren erwachsen wird.

Wie so manch anderer Mann in den besten Jahren erzählt Harri Pinter gerne vom "Krieg", von seinem persönlichen. Der Feind war der VSV, den der Kärntner Eishockeyspieler mit "seinem" KAC in einem Meisterschafts-Finale niedergerungen hat – vor Jahren. Mit dem sportlichen Titel erkämpfte sich Pinter, ein fantastischer Jürgen Maurer ("Vorstadtweiber"), auch einen gesellschaftlichen, als lebende lokale Legende in Klagenfurt.

Der harte Verteidiger mit Spitznamen "Drecksau" wurde zum Mythos. Leider hat der nunmehrige Fahrlehrer und U12-Trainer des KAC so lange damit gelebt, dass er nicht gemerkt hat, dass ihn das echte Leben längst überholt hat. Dazu braucht es einen schmerzvollen, nicht weniger witzigen Wachstumsprozess, nachdem ihm seine Lebensgefährtin Ines, gespielt von Julia Cencig ("SOKO Kitzbühel"), Hörner aufgesetzt hat. Mit einem Professor, der sie nicht versetzt, weil er mit seinen Hockey-Haberern säuft und über früher redet.

Trotzdem mag man Pinter einfach. Denn der Film zeichnet ihn nicht nur nach Stereotypen, sondern er spielt auch lustig wie listig mit ihnen, lässt stets durchscheinen, was für ein guter Kerl er im Grunde ist. So ist die Figur Pinter wie der Film insgesamt: Interessant, weil er sensibler und gescheiter ist, als es zunächst scheint. (nb)

"Harri Pinter Drecksau": A 2017, 90 Min., Andreas Schmied

OÖN Bewertung:

 

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