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Kultur

Jake und Elwood im Kampf gegen das böse "Volkstrara"

Von Lukas Luger 21. September 2019 00:04 Uhr

Jake und Elwood im Kampf gegen das böse "Volkstrara"
David Fuchs (Elwood), Gilbert Handler (Professor) und Sven Sorring (Jake)

Uraufführung von "Die Rückkehr der Blues Brothers" im Phönix.

Ihr Auftreten: cool. Ihr Outfit: schwarz. Ihre Mission: die Welt mit Blues beglücken. Seit 1980 ist das von den US-Komikern John Belushi und Dan Aykroyd kreierte Brüderpaar Jake und Elwood Blues "im Auftrag des Herrn" unterwegs. Dieser Auftrag führte das Duo am Donnerstag ins Linzer Theater Phönix. Dort feierte "Die Rückkehr der Blues Brothers" (Buch und Regie: Harald Gebhartl) als klamaukige Musikrevue Uraufführung.

Dabei schickte Gebhartl das schauspielerisch etwas blass agierende Zweigespann Sven Sorring (Jake) und David Fuchs (Elwood) auf eine 95-minütige Odyssee durch die Abgründe der österreichischen Seele. Frisch aus dem Häf’n entlassen, verschlägt es die Bluesbrüder ins vom sinistren "Alpenkönig" (Tom Pohl) regierte Österreich. Dieser terrorisiert nicht nur seine rechte Hand, die "Brennerin" (Marion Reiser), mit seiner Paranoia, sondern auch das Volk mit zünftigem "Volkstrara", das aus den Lautsprechern dröhnt.

Eh klar, so eine musikalische Grauslichkeit können die Blues Brothers nicht tolerieren! Gemeinsam mit einem Haufen Gleichgesinnter – dem herrlich ausgezuckten "Professor" (Gilbert Handler), dem Heitzer (Markus Hamele), Gretel (eine entzückend resche Nadine Breitfuß) und dem Brammer (Felix Rank) – formieren sie eine Combo, um per Revolutionskonzert den König zu verscheuchen.

Wo bleibt nur der Blues?

Den Weg dahin inszenierte Gebhartl nach zähem Beginn als durchaus flotte Musik-Gaudi, gespickt mit oft nur haarscharf an der Kalauer-Grenze vorbeischrammenden Gags und politischen Anspielungen, die gerne auch mit dem verbalen Holzhammer eingetrichtert wurden. Weniger treffend als so mancher Schmäh geriet hingegen die Musikauswahl. The Clash, Bowie, T. Rex, David Lee Roth – als Oldie-Playlist war das okay, mit der ursprünglichen Mission der Brüder, dem Publikum den heißen, direkt in die Glieder fahrenden Blues aus Chicago und Memphis nahezubringen, hatte das aber nichts mehr gemein. Dass es mit den Sangeskünsten des Ensembles (Ausnahme: Gilbert Handler) nicht weit her ist, war in diesem Zusammenhang auch nur bedingt hilfreich. Als harmloser Spaß funktionieren die "Blues Brothers" aber auch in dieser Inkarnation.

Fazit: Nette Musik-Gaudi mit nur bedingt stimmiger Liedauswahl.

Uraufführung: "Die Rückkehr der Blues Brothers" von Harald Gebhartl, Phönix Theater, 19. 9., weitere 27 Aufführungen bis 3. 11.

Artikel von

Lukas Luger

Redakteur Kultur

Lukas Luger
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