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Kultur

"Ich durfte einen Dschinni aus der Hip-Hop-Perspektive kreieren"

Von Ludwig Heinrich, Berlin   22. Mai 2019 00:04 Uhr

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Bild 1/13 Bildergalerie: Aladdin kehrt zurück auf die Kino-Leinwand

Hollywood-Star Will Smith über seine Rolle als Flaschengeist im neuen Aladdin-Film.

Mit "Independence Day" wurde er 1996 zum Weltstar. Seitdem reist Will Smith für seine Filme als personifizierte gute Laune um den Erdball. So auch diesmal. In Disneys neuer Variante von "Aladdin", ab heute im Kino, verkörpert er Dschinni, den Geist aus der Wunderlampe, der jedem, der ihn durch Reiben aus seinem Gefängnis befreit, drei Wünsche erfüllt.

OÖNachrichten: Wie war es, als das Rollenangebot kam?

Will Smith: Erst hat mich ein bisschen der Schlag getroffen. Was jedem sofort klar ist, der die Animationsfassung von "Aladdin" kennt. Denn damals war mein wunderbarer Kollege Robin Williams, der leider 2014 gestorben ist, Dschinnis Stimme. Er packte sein ganzes komödiantisches Spektrum aus, parodierte brillant bekannte Kollegen. Niemand ahnte bis dahin im Entferntesten, was man als Synchronstimme alles herausholen konnte. Robin hat damals das Genre neu erfunden.

Wer war letztlich entscheidend, dass Sie Ja gesagt haben?

Mein Sohn Jaden. Er war der Erste, dem ich vom Angebot erzählte. Ich hatte damals drei Drehbücher zu Hause liegen. Als ich ihn um Rat fragte, schaute er mich mit einem Blick an, der ausdrücken sollte: Bist du meschugge? Da überlegst du wirklich noch? Die beiden anderen Drehbücher schickte ich an meinen Agenten zurück.

Und wie sind Sie Robin Williams’ Schatten losgeworden?

Indem ich mich auf neue Aspekte der Rolle konzentrierte. Ich durfte einen Dschinni aus der Hip-Hop-Perspektive kreieren. Dschinni als Rapper, Sänger und Tänzer. Und ich durfte tiefer in seinen Charakter eindringen, denn aus früheren Erfahrungen weiß er, was Liebe und Sehnsucht bedeuten, er versteht alle menschlichen Bedürfnisse und die existenziellen Fragen. So kann er für Aladdin zu einer wirklichen Hilfe werden.

Lief bei Drehbeginn alles glatt?

Hm, hm. Regisseur Guy Ritchie hat mir später erzählt, dass bei einer ersten Vorführung von Dschinni-Mustern bei den Disney-Bossen nicht hellste Begeisterung herrschte. Und, obwohl es für die Öffentlichkeit noch kein einziges Bild von mir als Dschinni gab: Im Internet fanden sich spöttische Kommentare. Guy war verwirrt, und ich auch, war ich doch in einer internetfreien Zeit aufgewachsen und den Zynismus, der oft im Netz herrscht, nicht gewohnt.

Wann war der Nervenkitzel vorbei?

Nach dem ersten Trailer. Da geschah etwas Ungewöhnliches: Viele Skeptiker entschuldigten sich. Guy meinte, solche Entschuldigungen habe er nie zuvor erlebt.

An welche Momente aus früheren Disney-Filmen erinnern Sie sich gut?

Der größte Moment war für mich der Tod von Simbas Vater Mufasa im "König der Löwen". Derart traurige, düstere, dramatische, bewegende Szenen habe ich in keinem anderen Disney-Animationsfilm gesehen. Einen anderen habe ich übrigens gehasst.

Welchen?

"Dumbo". So haben sie mich als Kind wegen meiner großen, abstehenden Ohren gehänselt. Heute sind die meine "persönliche Note".

Über den neuen Aladdin-Film

Mit „Aladdin“ bringt Disney seinen nächsten Zeichentrickklassiker als Realverfilmung auf die Leinwand. Das bedeutet, dass animierte Stoffe, wie bereits kürzlich bei „Dumbo“, mit Schauspielern aus Fleisch und Blut neu erzählt werden, natürlich wird dabei kräftig in die Trickkiste der Computertechnik gegriffen. So wird auch Will Smith als Dschinni schnell einmal zum Muskelpaket.

Die erste Aladdin-Verfilmung von Disney, der Zeichentrickfilm, kam 1992 in die Kinos und gewann zwei Oscars für seine Musik, u. a. für den besten Filmsong „A Whole New World“.

Besetzung: Die Britin Naomi Scott (26) spielt die schöne Jasmin, den namensgebenden Dieb Aladdin, der sich in sie verliebt, gibt Mena Massoud (27), Kanadier mit ägyptischen Wurzeln.

 

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