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Kultur

Hollywood reagiert auf Urteil: "Das ist erst der Anfang"

26. Februar 2020 00:04 Uhr

Weinstein zu 23 Jahren Haft verurteilt

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Sexuelle Übergriffe: Filmindustrie nimmt Schuldspruch von Weinstein positiv auf; Placido Domingo gibt Fehlverhalten zu.

Harvey Weinsteins Verurteilung wegen Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung durch ein Geschworenengericht in New York wurde gestern in Hollywood als wichtiger Schritt in Richtung Gerechtigkeit gefeiert. "Das ist aber erst der Anfang", sagte beispielsweise Oscar-Preisträgerin Julianne Moore.

Ihre Schauspielkollegin Ashley Judd lobte den Mut der Frauen, die gegen den einst mächtigen Hollywood-Produzenten ausgesagt haben. Sie wolle den Frauen danken, die mit ihren Aussagen "durch eine traumatische Hölle" mussten, schrieb die 51-Jährige auf Twitter. Sie hätten "Mädchen und Frauen überall" einen großen Dienst erwiesen.

"Großen Dienst erwiesen"

Judd war im Oktober 2017 eine der ersten Schauspielerinnen, die Weinstein öffentlich des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigten. Im April 2018 reichte sie Klage gegen den Filmproduzenten ein. Sie warf ihm vor, ihre Filmkarriere zerstört zu haben, weil sie seine sexuellen Annäherungsversuche zurückgewiesen hatte.

Daryl Hannah, die ebenfalls von Weinstein attackiert worden war, sprach in einer ersten Stellungnahme von "einem Zeichen des Fortschritts". Es sei aber noch ein weiter Weg zu gehen. Ins selbe Horn stieß Rose McGowan: "Heute ist ein wichtiger Tag, ein großer Schritt hin zu einer gemeinschaftlichen Heilung."

Das Strafmaß soll am 11. März verkündet werden, dem 67-jährigen Weinstein drohen bis zu 29 Jahre Haft. Der "Pulp Fiction"-Produzent weist alle Vorwürfe zurück, er spricht von einvernehmlichen sexuellen Beziehungen. Seine Anwälte kündigten an, das Urteil anfechten zu wollen. Den Kampf wird Weinstein, den Oscar-Gewinnerin Meryl Streep einmal als "Gott" der Filmwelt bezeichnete, gleich an mehreren irdischen Fronten führen müssen. Auch in Los Angeles wurde Anklage gegen ihn erhoben, dort werden ihm zwei andere Sexualstraftaten zur Last gelegt als jene in New York. Außerdem gibt es etliche Zivilklagen.

Domingo entschuldigt sich

Sein Fehlverhalten nach Vorwürfen sexueller Übergriffe hat unterdessen der spanische Opernstar Placido Domingo (79) eingestanden und sich bei den betroffenen Frauen entschuldigt. "Ich möchte, dass sie wissen, dass mir der Schmerz, den ich ihnen zugefügt habe, ehrlich leidtut", erklärte Domingo. Insgesamt 20 Frauen hatten Domingo vorgeworfen, ihnen Küsse aufgezwungen, sie begrapscht oder ohne ihr Einverständnis gestreichelt zu haben.

Domingo hatte die Vorkommnisse zunächst geleugnet und versichert, dass all seine sexuellen Beziehungen und Handlungen "immer willkommen und einvernehmlich" gewesen seien. Die Vorwürfe haben insbesondere seiner Karriere in den USA geschadet.Im Oktober musste er als Generaldirektor der Oper von Los Angeles zurücktreten. (ll)

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