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Kultur

Heute vor 90 Jahren wurde erstmals der Oscar verliehen

Von Nora Bruckmüller 16. Mai 2019

Heute vor 90 Jahren wurde erstmals der Oscar verliehen
Die erste Oscar-prämierte Darstellerin Janet Gaynor

Wie aus einer intimen Filmpreis-Gala ein jährlich gefeiertes, globales Medienspektakel mit Millionen Zusehern wurde.

Es ging schnell: Keine 15 Minuten dauerte es, bis am 16. Mai 1929 im Luxushotel Roosevelt in Los Angeles die ersten Oscar-Gewinner verkündet waren. 270 Gäste waren geladen. Die Sieger waren bereits drei Monate davor bekannt gegeben worden. Zum besten Film kürte man das stumme, schwarzweiße US-Kriegsepos "Flügel aus Stahl".

Diese Verleihung, die die erst 1927 zur Stärkung der Filmindustrie gegründete "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" initiiert hatte, war der Beginn einer Geschichte, die heute von der Entwicklung der Welt erzählt, die speziell in Sachen Medien und Kino und allgemein in Technik, Innovation und Globalisierung eine rasante war. Gerade in und durch Hollywood befeuert von Starkult, dem Gefallen an Aufmerksamkeit, Reichtum und der "Hysterie", in die uns die digitale Kommunikation versetzt. Als Warren Beatty 2017 unabsichtlich den Musicalfilm "La La Land" statt des Identitätsdramas "Moonlight" als besten Oscar-Film verkündete, hielt dieser Lapsus das Netz tagelang in Atem. Als 1968 der Tscheche Jiri Menzel den Fremdsprachen-Oscar holte, wurde zuerst auch der falsche Gewinner vorgelesen. "Es wurde korrigiert. Das war’s", sagt der Regisseur. Im Vergleich zu heute lief diese Gala auch fast "unter Ausschluss der Öffentlichkeit" ab. Erst 1969 wurden die Academy Awards, seit 1953 die längstdienende Live-TV-Show der USA, in 200 Länder gesendet. Inzwischen berichtet die Academy zusätzlich über Twitter, Instagram und Facebook an 8,3 Millionen Anhänger. Während hier noch mehr ginge, sind andere Dimension grenzwertig. Die Dauer der Show, die 2002 vier Stunden und 23 Minuten lief, wird ständig kritisiert. Sie ist Resultat der Professionalisierung im Film, die ständig neue Preis-Kategorien hervorbrachte – von Musik 1935 bis Animationsfilm 2002.

Dauerkampf um Oscar-Glanz

Heute gibt es 24 Kategorien. Hinter jeder steht eine Gilde. Dazu kommen "Zwangsehen" der Stars mit Werbe-, Mode- und Medienindustrie. Alle, nun auch der Streaming-Dienst Netflix, dessen Film "Roma" heuer drei Mal prämiert wurde, wollen im Schein des Goldmannes glänzen, im Finale der "fünften Jahreszeit" in L. A., der Filmpreis-Saison, die im Herbst startet. Seit 2004 findet der Oscar auch deshalb Ende Februar statt, weil monatelange PR-Kampagnen die Branche schlicht ermatteten.

Selbst wenn die Oscar-Einschaltquote 2018 und 2019 unter 30 Mio. Zuseher sank, wird die Faszination ungebrochen bleiben, solange das Prozedere geheimnisvoll bleibt. "Schuld" daran, dass die Gewinner nur live verkündet werden, war übrigens die L. A. Times. Die Zeitung pfiff 1940 auf die Abmachung, die Sieger erst nach der Gala zu verkünden. Die eintreffenden Gäste konnten sie schon in der Abendausgabe lesen. Ein Coup, der eine jahrzehntelange Info-Jagd anstieß.

Artikel von

Nora Bruckmüller

Redakteurin Kultur

Nora Bruckmüller
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