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Kultur

Große Namen und wilder Genre-Mix auf Sheerans Duett-Album

Von Lukas Luger 17. Juli 2019 00:04 Uhr

Große Namen, wilder Genre-Mix: Auf Sheerans Duett-Album ist alles möglich
Auf seinem neuen Album beschreitet der rote Wuschelkopf neue Wege.

Für "No. 6 Collaborations Project" lud der Brite etwa Justin Bieber und Eminem ins Studio

Im Jänner 2011 war Ed Sheeran nur einer von unzähligen talentierten Songwritern in Großbritannien, sehnsüchtig auf den großen Durchbruch wartend. Gemeinsam mit einem Haufen befreundeter Rapper nahm er acht Songs für eine im Eigenverlag veröffentlichte EP namens "No. 5 Collaborations Project" auf, die ihm endlich den so lange ersehnten Plattenvertrag einbringen sollte. Das klappte bekanntlich – mit der Single "The A-Team" startete er kurz darauf seine Weltkarriere.

Heute ist der rothaarige Song-Kobold aus Halifax mit mehr als 160 Millionen verkauften Tonträgern der größte Popstar unseres Planeten. Mit "No. 6 Collaborations Project" legt der 28-jährige Brite jetzt einen Nachfolger seines damaligen Duett-Albums vor und schlägt so einen Bogen zu seinen musikalischen Wurzeln.

Crème de la Crème im Studio

Verändert hat sich aber nicht nur der Status von Ed Sheeran in den vergangenen acht Jahren, auch seine Duettpartner sind dieses Mal keine Unbekannten aus der Nachbarschaft mehr. Mit Bruno Mars, Eminem, 50 Cent, Justin Bieber, Cardi B, Travis Scott oder Skrillex holte Sheeran die Crème de la Crème der zeitgenössischen Musikszene zu sich ins Studio. Dazu kommen in der Branche hoch gehandelte Newcomer wie Yebba, A Boogie Wit Da Hoodie, Paulo Londra oder Ella Mai, die allesamt – sicher nur ein unglaublicher Zufall! – auch noch auf Sheerans Platten-Label daheim sind.

Exakt so klingt dieser musikalische Gemischtwarenladen dann auch: nämlich wie eine 15 Songs umfassende Spotify-Playlist, die flott aus den derzeit angesagtesten Chart-Hits zusammengebastelt wurde. R&B, Hip-Hop, Latino-Pop, Electro, Rock’n’Roll – auf "No. 6" kriegt jedes Genre sein verdientes Platzerl. Trotz der stilistischen Unentschlossenheit und der daraus unweigerlich resultierenden Unebenheit des Hörgenusses macht die Platte aber Spaß. Denn Sheeran hat sein feines Händchen für sich unnachgiebig in den Gehörgängen festsetzende Refrains nicht verloren.

So ist etwa das mit EDM-Ikone Skrillex aufgenommene "Way To Break My Heart" ebenso ein Pop-Ohrwurm par excellence wie der lässige, eingängige Sommerhit "Beautiful People" mit DJ Khalid oder die entzückende Liebesschnulze "Best Part Of Me", bei der die junge US-Senkrechtstarterin Yebba mitsingt. Für die überraschend knackige, an Led Zeppelin erinnernde Rock-Nummer "Blow" holte sich Sheeran Verstärkung in Person von Country-Superstar Chris Stapleton und Bruno Mars. Ebenfalls gelungen: die flotte R&B-Nummer "Put It All On Me" mit Ella Mai, "I Don’t Care" mit Justin Bieber und der mit Camila Cabello aufgenommene Latino-Pop von "South of The Border".

Kein tougher Gangster

Peinlich wird’s auf "No. 6" hingegen aber, wenn Sheeran krampfhaft versucht, sich als tougher Rap-Gangster zu inszenieren. "Remember The Name" mit Eminem und 50 Cent ist ein echter Reinfall, kaum überzeugender fallen auch "Take Me Back To London" (mit Stormzy) und der düstere "Heute lassen wir’s tuschen"-Stampfer "Antisocial", bei dem Travis Scott als Gaststar mitrappt, aus.

Aber hey, das ist der Vorteil, der größte Popstar der Welt zu sein: man kann tun und lassen, worauf man eben Lust hat. Den Mut zum Ausprobieren, den Willen, Genregrenzen einzureißen, kann man Ed Sheeran nicht absprechen. Gut für ihn. Gut für uns.

CD-Kritik: Ed Sheeran "No. 6 Collaborations Project" (Warner)

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Redakteur Kultur

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