Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

"Geisterhaushalte": ORF-Stiftungsrat fordert klärende Gespräche

Von nachrichten.at/apa, 13. Juni 2024, 18:43 Uhr
Das ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg
Das ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg Bild: (APA/GEORG HOCHMUTH)

WIEN. Der Jahresabschluss des ORF 2023 ist positiv ausgefallen. Weniger positiv ist eine Lücke in Höhe von etwa 170.000 Haushalten, die sich nach der Prognose des Gesetzgebers mit der Umstellung auf den neuen ORF-Beitrag ergab und den ORF nun auf Rücklagen in zweistelliger Millionenhöhe zurückgreifen lässt.

34 von 35 ORF-Stiftungsräten empfahlen ORF-Chef Roland Weißmann, klärende Gespräche mit dem Finanzministerium zu führen und die Zahl der "Geisterhaushalte" zu reduzieren.Wien. Laut Heinz Lederer, SPÖ-"Freundeskreisleiter" im Stiftungsrat, habe es eine "intensive Diskussion" dazu gegeben, wer Schuld an der Lücke in Höhe von rund 170.000 zahlungspflichtigen Haushalten habe. Der Gesetzgeber griff für seine Prognose in Höhe von rund vier Millionen Haushalten auf Daten aus dem zentralen Melderegister zurück. Diese "Geisterhaushalte" müssten nun abgebaut werden, um die Budgetlücke zu schließen, pochte der Stiftungsrat auf eine zügige Klärung. Auch Sigrid Pilz, die für den Grünen-"Freundeskreis" spricht, zeigte sich erstaunt darüber, dass eine derartige Lücke überhaupt existieren könne: "Eigentlich sollte man wissen, wie viele Haushalte und Nebenwohnsitze es gibt." Dem ORF dürfe die Causa aber "nicht umgehängt" werden. Dieser hat bereits vor Monaten eine "Soko" zur Klärung der Fälle eingesetzt.

34 von 35 ORF-Stiftungsräte sprachen schließlich eine Empfehlung aus, wonach Weißmann Gespräche mit dem Finanzministerium führen soll. "Es muss geklärt werden, was geklärt werden kann", sagte Thomas Zach, Leiter des ÖVP-"Freundeskreises".

2023 aus finanzieller Sicht positiv

Mit Blick auf die Finanzen verlief das Vorjahr für den ORF positiv. Der ORF-Konzern schloss 2023 mit einem EBT in der Höhe von 16,5 Millionen Euro positiv ab (2022: 9,6 Millionen Euro). Das EBT der Muttergesellschaft betrug 4 Millionen Euro (2022: 1,9 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse des ORF-Konzerns stiegen 2023 leicht auf 1,078 Milliarden Euro an (2022: 1,07 Milliarden Euro). Der größte Brocken stammt aus Programmentgelt-Erlösen. Hier lag ein Anstieg um ca. vier Millionen Euro auf 676 Millionen Euro vor. Jene aus der Werbung bauten dagegen um rund acht Millionen Euro auf 210,5 Millionen Euro ab. Sonstige Umsatzerlöse machten 191,3 Millionen Euro aus (2022: 188,7 Millionen Euro).

Angetan zeigten sich mehrere Stiftungsräte davon, dass das Debattenformat "Ein Ort am Wort" auf das ganze Land ausgerollt werden soll. Derzeit wird es lediglich vom Landesstudio Niederösterreich realisiert, wobei unter Beteiligung der Bevölkerung etwa über die Rückkehr des Wolfs, Vollspaltenböden in der Schweinezucht oder Skifahren diskutiert wird. Zach sieht darin einen "wichtigen Beitrag zur Diskussionskultur" im Land. Man könne sich "mit Respekt vor der Person und dennoch kritisch mit der Meinung des anderen" auseinandersetzen. Auch Pilz erachtet es als "wichtig", dass das Format auf ganz Österreich ausgerollt wird. "Es soll kein Ort sein, wo geschwurbelt wird, sondern wichtige, faktenbasierte Debatten geführt werden", so die Stiftungsrätin.

Verbesserungsbedarf ortete Pilz mit Blick auf das ORF-Kinderprogramm. "Wir dürfen nicht hinnehmen, dass sich Kinder auf Disney oder Netflix ihr Programm zusammenstellen. Der ORF muss hochwertiges Programm bieten, damit Kinder den ORF als Medium entdecken und ihm im Erwachsenenalter erhalten bleiben", sagte Pilz. Lederer erhofft sich wiederum einen "spannenden Polittalk in der Mitte der Woche". Dabei müsse man auch neue Moderatorinnen und Moderatoren aufbauen und die Einladungspolitik diskutieren.

"Es ist Zeit, künstliche Aufregung hinter sich zu lassen"

Ruhig blieb es um den von der FPÖ entsandten Stiftungsrat Peter Westenthaler, dem vom Großteil seiner Kollegen in einem Brief unternehmensschädigende Äußerungen vorgeworfen wurden. Neun Punkte wurden von ihm auf die Tagesordnung gesetzt, was die Sitzung etwas verlängerte. "Der Fokus liegt auf Sachthemen. Es ist Zeit, künstliche Aufregung und Wahlkampfgetöse hinter sich zu lassen", meinte Zach im Vorfeld der Sitzung auf Westenthaler angesprochen.

Bis Ende März 2025 muss das ORF-Gesetz in puncto ORF-Stiftungsrat repariert werden, da der Verfassungsgerichtshof (VfGH) erkannte, dass die Regierung zu viel Gewicht bei der Bestellung des 35-köpfigen Gremiums hat. Medienministerin Susanne Raab (ÖVP) sagte am Donnerstag am Rande der Europäischen Familienkonferenz in Wien, dass dazu derzeit Expertengespräche stattfänden.

mehr aus Kultur

"The Death of Slim Shady" - Eminem ist zurück

Klassik am Dom: Eine Nacht mit Diana Krall, die unter die Haut ging

Todesschuss am Filmset: Prozess gegen Alec Baldwin eingestellt

Schnitzlers „Liebelei" in Gmunden: Selbstermächtigung einer bedingungslos Liebenden

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

12  Kommentare
12  Kommentare
Die Kommentarfunktion steht von 22 bis 6 Uhr nicht zur Verfügung.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
2020Hallo (4.496 Kommentare)
am 14.06.2024 18:20

Was habe ich gelesen - ich sehe zwar die Sendung nie, weiß auch nicht ob über ORF gebracht wird, mit der jungen Dame aus Österreich - die bekam über die Jahre um die 10 Millionen……,..

Eindeutig zu viel……l!

lädt ...
melden
Gugelbua (32.255 Kommentare)
am 14.06.2024 10:27

was bitte macht der politische Stiftungsrat eigentlich- außer daß er viele Kosten verursacht❔

lädt ...
melden
laskpedro (3.580 Kommentare)
am 14.06.2024 09:52

abschaffen diesen sinnlosverein .. nur kassieren und dann nicht einmal die österreich spiele bei der euro übertragen .. pfui teufel ..

lädt ...
melden
mickeyknox (238 Kommentare)
am 14.06.2024 08:25

Setzen die jetzt SOKO Donau oder SOKO Kitzbühel zur Klärung des Falles ein???

Bitte besser recherchieren...

lädt ...
melden
metschertom (8.149 Kommentare)
am 14.06.2024 06:40

Das Vernünftigste wäre diesen Versorgungsstadel zu privatisieren. Ganz einfach. Diese Einflussnahme und der aufgeblähte Apparat an Ab Kassierern die nichts können außer in die eigene Tasche zu wirtschaften und buckeln vor den jeweiligen Parteien gehört abgestellt. Und das geht nur durch Privatisierung. Dann ist Schluss mit dem erzwungenem Abkassieren.

lädt ...
melden
kirchham (2.364 Kommentare)
am 13.06.2024 21:46

ORF eine Institution die abgeschafft gehört, gibt man den kleinen Finger dann nehmen wir die ganze Hand.

Was soll man da als Bürger noch sagen es geht doch nur mehr was alles können wir den Bürgen aus der Tasche ziehen.

So ungefähr ich sitze oben du unten und ich hau von oben auf dich drauf.

lädt ...
melden
Ybbstaler (1.071 Kommentare)
am 13.06.2024 20:55

Das wird doch immer unverschämter. Jetzt beschwert sich dieser nimmersatte ORF, dass es nicht genug zwangsbeglückte Haushalte gibt. Obwohl, das wird gerne vergessen, mit der neuen Gebühr eine sehr große Gruppe zum Handkuss kommt, die bisher oft wirklich mit dem ORF nichts zu tun hatte: die Abgabe betrifft nun auch jeden (!) Betriebsstandort. Also jeden Friseurladen, jede Tankstelle, jeden Supermarkt, jede Arztpraxis, jede Trafik, jeden Wirt und und und. Wo man sich einerseits wirklich fragt, ob wirklich so viel ORF am Arbeitsplatz konsumiert wird. Und wenn, dann von Menschen, die ja bereits an ihrem Haushalt abkassiert wurden. Hier wird doch doppelt und dreifach kassiert. Die können mir von public value erzählen was wollen - 15 Eur sind vielleicht für ein Abo, das ich mir aussuche und ggf. wieder kündige okay, für eine Zwangsabgabe an alle wären 3 Euro schon viel. Mein "Klimabonus" geht 1:1 für die ORF Steuer drauf. Danke.

lädt ...
melden
faun (645 Kommentare)
am 13.06.2024 19:54

"Der ORF muss hochwertiges Programm bieten". Herrlich

lädt ...
melden
azways (5.936 Kommentare)
am 13.06.2024 19:54

Der gesamte ORF ist in dieser Form eine legalisierte Abzockmaschinerie ohne jegliche Daseinsberechtigung und auch ohne jeden gesetzlichen Auftrag.

Wenn diese Organisation auch noch von einem verurteilten Kapitalverbrecher (mit)gestaltet wird, ist die totale Abneigung kein Wunder.

lädt ...
melden
Abraxas (1.628 Kommentare)
am 14.06.2024 12:08

"ohne jeden gesetzlichen Auftrag" - aha, das ORF-Gesetz gibt es also nicht?

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10000785

Ich verstehe echt nicht, wie man so einen blanken Unsinn verbreiten kann. Man kann ja mit etwas nicht einverstanden sein, eine andere Meinung dazu haben, das auch kundtun. Alles OK, aber einfach aus Unzufriedenheit blanke Lügen zu verbreiten, das mag zwar auch noch als "Meinung" durchgehen, ist meiner Meinung nach moralisch gesehen aber schwerst zweifelhaft.

lädt ...
melden
fam.beham@gmx.at (461 Kommentare)
am 13.06.2024 18:59

was solls einfach auf Verträge aller zahlenden aufschlagen, die Ennergie AG hat auch bei weniger Gewinn einfach Rückwirkend aufrecht Verträge gekündigt, sollte doch möglich sein auch beim Orf seine Zwangsgebühr ohne dessen Konsum zu kündigen , ist eh eine Sauerei hoch 10

lädt ...
melden
nixnutz (4.446 Kommentare)
am 13.06.2024 19:44

Wrr hat dir heute Böses getan, weil du so schlecht drauf bist?

lädt ...
melden
Aktuelle Meldungen