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Kultur

"Es ist allen klar, dass wir uns sputen müssen"

Von Herbert Schorn  09. Dezember 2021 00:04 Uhr

Norbert Trawöger

Der künstlerische Direktor des Bruckner Orchesters, Norbert Trawöger, wird die Aktivitäten zum Bruckner-Jahr 2024 koordinieren.

Am 4. September 2024 jährt sich der Geburtstag des berühmtesten Komponisten Oberösterreichs, Anton Bruckner, zum 200. Mal – und allmählich kommt auch das zu seinen Ehren geplante Bruckner-Jahr auf Touren.

Nun haben das Land Oberösterreich, die Stadt Linz und Institutionen aus Kultur, Kirche, Wirtschaft und Tourismus bei einem ersten Treffen eine Personalentscheidung getroffen: Norbert Trawöger, der künstlerische Direktor des Bruckner Orchesters, wird das Bruckner-Jahr 2024 künstlerisch kuratieren. Die Aufgabe des 50-jährigen Welsers wird es sein, das Programm abseits der großen Institutionen wie Landestheater, Bruckner Orchester oder Brucknerhaus zu koordinieren und zu planen. Denn das Bruckner-Jahr 2024 soll die Oberösterreicher "einladen, sich mit diesem Ausnahmemusiker aus unterschiedlichsten Perspektiven auseinanderzusetzen", sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP). Er lädt alle Institutionen mit Bezug zu Bruckner ein, sich am Jubiläumsjahr zu beteiligen.

Anton Bruckner (1824–1896) wurde in Ansfelden geboren und lebte unter anderem in St. Florian, Linz und Wien. Er wurde mit seinen Sinfonien und kirchenmusikalischen Werken berühmt. Sie beeinflussen Komponisten bis heute und werden weltweit aufgeführt.

Konkrete inhaltliche Vorstellungen zum Programm gibt es aber noch nicht. "Es ist allen klar, dass wir uns sputen müssen", sagt Trawöger. Er weist aber darauf hin, dass bei den großen Institutionen des Landes schon viel Vorarbeit geleistet worden sei. "Nur weil es bisher still war, heißt es nicht, dass nichts gemacht wurde." Nun gehe es darum, eine gemeinsame Marke und ein Programm zu entwickeln. Auch neue Projekte sind angedacht: "Dazu wird es bald Einladungen für Ideen geben." In den kommenden Wochen wird ein Zeitplan für die nächsten Aktivitäten entwickelt. Die organisatorischen Aufgaben übernimmt die Kulturabteilung des Landes.

Trawögers Ziel für das Jubiläumsjahr ist es, "Bruckner neu zu begreifen. Wir wollen ihn vom Weihrauch-Brimborium befreien und seine Musik freilegen". Die Mähr’ vom "katholischen Musikanten Gottes" sei nicht einmal die halbe Wahrheit: "Bruckner stand schon zu Lebzeiten im Spannungsfeld zwischen Tradition, Innovation und Avantgarde", sagt Trawöger. "Das passt gut zu Oberösterreich." Diese Vielfalt solle auch das Bruckner-Jahr 2024 abbilden. "Wir wollen ihn als säkularen Patron Oberösterreichs sehen."

Projektideen für das Bruckner-Jahr 2024 können per E-Mail unter bruckner2024@ooe.gv.at eingereicht werden.

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Herbert Schorn

Redakteur Kultur und Leben

Herbert Schorn

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