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Kultur

"Elektra": Genialer Wahnsinn, Husarenritt und ein Debüt für alle

Von Helmut Atteneder   16. Januar 2019 00:04 Uhr

"Elektra": Genialer Wahnsinn, Husarenritt und ein Debüt für alle
„Elektra“-Premiere für Markus Poschner, das Bruckner Orchester und das Ensemble

Richard Strauss’ Meisterwerk nach einem Libretto von Hugo von Hofmannsthal feiert am Samstag im Musiktheater Premiere.

Meint Strauss wirklich, was er da schreibt? Diese Frage haben sich rund 100 Musiker des Bruckner Orchesters und ihr Dirigent Markus Poschner in den vergangenen Monaten überproportional oft gestellt.

"Elektra ist handwerklich das Schwierigste, dem ich mich bisher zu stellen hatte. Diese Partitur ist an Virtuosität kaum zu überbieten", sagt Poschner, an sich ein Dirigent mit dem Ruf, in seinen Dirigaten dem Schwierigen, dem Unentdeckten mit Akribie aufzulauern und damit Musiker wie Publikum zu berühren.

Nach "Salome" und "Frau ohne Schatten" steht nun folgerichtig "Elektra", das 1909 in Dresden uraufgeführte Meisterwerk Richard Strauss’ nach einem Text von Hugo von Hofmannsthal, auf dem Spielplan des Landestheaters. Am Samstag ist Premiere – für alle. Weder Dirigent noch Orchester noch Gesangsensemble haben je dieses Werk, in dem antike Mythologie, Psychoanalyse und spätromantische Oper zusammentreffen, aufgeführt.

"Färberin" wird "Elektra"

Also auch nicht die Darstellerin der Elektra, Miina-Liisa Värelä, die bereits als "Färberin" in der "Frau ohne Schatten" in der vergangenen Spielsaison triumphierte. "Seid ihr wahnsinnig, so eine junge Stimme für die Elektra!", bekam Poschner bisweilen zu hören, allein: Für den Dirigenten ist die 36-jährige finnische Sopranistin genau die Richtige. Stimmlich wie darstellerisch. Letzteres ist eine ebensolche Herausforderung, denn die aufgestaute Wut, die Rache, die sie nach der Ermordung ihres Vaters Agamemnon geschworen hat, ist von einer brutalen Unerschütterlichkeit. Hysterisch, cholerisch, schreiend laut und zerbrechlich leise.

Regie führt der Deutsche Michael Schulz. Der erfahrene Strauss-Bearbeiter inszenierte bereits drei Mal die "Salome" und nennt "Elektra" "eine musikalische Grenzüberschreitung und eine Auslotung, was alles auf der Bühne möglich ist". Dem pflichtet Poschner vollinhaltlich bei: "Es sind wilde Attacken, die das Orchester gegen die Sänger reitet – und umgekehrt."

Bis zur letzten Minute feilen Orchester und Sänger an einer ersten letztgültigen Fassung – um dann auf der Bühne nicht mehr als ein stabiles Gerüst zum Anhalten zu sein. Markus Poschner: "Die hohe Kunst ist die der Freiheit. Ein Dirigent ist kein Verkehrspolizist, kein Dompteur, der sagt, was zum Schluss herauskommen soll."

Auch für den Großteil des Linzer Publikums ist der Stoff neu. Die letzte Premiere von "Elektra" im Schauspielhaus geht auf den 29. Jänner 1966 zurück – mit Sigrid Ekkehard. 1994 dirigierte Franz Welser-Möst eine semikonzertante Aufführung im Brucknerhaus mit Hildegard Behrens als Elektra.

Dramatisierte „Winterreise“ mit Martin Achrainer

 

Als 15-Jähriger versuchte sich Martin Achrainer erstmals an der „Krähe“ aus Franz Schuberts berühmter „Winterreise“. Jetzt schließt sich dieser Kreis für den längst zum Publikumsliebling des Landestheaters mutierten Bariton. In einer besonderen Aufführungsweise: Am Sonntag, 20 Uhr, ist Premiere des Liederzyklus nach 24 Gedichten von Wilhelm Müller – in einer szenischen Darstellung nach einer Idee von Intendant Hermann Schneider, mit einem stark videogetragenen Bühnenbild von Falko Herold und mit Tommaso Lepore am Flügel.

Auch eine CD wurde produziert, sie wird am 25. Jänner veröffentlicht und ist nach den Vorstellungen samt Autogramm des Künstlers zu kaufen.

 

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